Erster Bürgermeister Olaf Scholz in Brüssel

Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, war am 1. Dezember zu politischen Gesprächen in Brüssel.

Zum Auftakt ließ er sich vom deutschen Ständigen Vertreter bei der EU, Botschafter Reinhard Silberberg, zu wichtigen europapolitischen Fragen unterrichten. Anschließend traf er sich mit dem Generaldirektor der GD Wettbewerb, Johannes Laitenberger, zu einem Austausch über aktuelle EU-Themen mit Hamburg-Bezug. In einem Gespräch mit dem KOM-Vizepräsidenten für den sozialen Dialog und den Euro, Valdis Dombrovskis, ging es mit Blick auf den Legislativvorschlag zur Koordinierung der Sozialsysteme um Freizügigkeit und Sozialhilfe für EU-Bürger in anderen MS.

Auf Einladung des hamburgischen Europaabgeordneten Knut Fleckenstein war Bürgermeister Scholz dann Ehrengast des traditionellen „Hamburger Abend“. Im Abgeordnetensalon des EP diskutierte er mit ausgewählten Teilnehmern aktuelle europapolitische Themen und deren Bedeutung für Hamburg. Abendveranstaltung „Handelslogistik 4.0 in Hamburg: Innovative und nachhaltige Lösungsansätze für die Zustellung in Großstädten“

Als Abschluss seines Besuches in Brüssel fand am Abend auf Einladung des Ersten Bürgermeisters eine Veranstaltung zum Thema „Handelslogistik 4.0 in Hamburg: Innovative und nachhaltige Lösungsansätze für die Zustellung in Großstädten“ statt. Im Hanse-Office skizzierte Bürgermeister Scholz einleitend Herausforderungen für die Hansestadt aufgrund des wachsenden Online-Handels und damit einhergehender steigender Lieferverkehre. Angesichts der laufenden Vertragsverletzungsverfahren gegen mehrere MS, von denen 30 wichtige Städte und Regionen allein in Deutschland betroffen seien, sagte Scholz: „Es geht um die Überschreitung der Stickoxidemissionen, 80 % davon stammen aus Dieselfahrzeugen. Wir haben in dieser Situation zwei Möglichkeiten: Entweder wir setzen auf Verbote, oder wir setzen auf Intelligenz.“ In Hamburg heißt die Lösung „SMILE“. Mit dem Konzept, das in Zusammenarbeit von Logistik-Branche, Behörden und Forschung entwickelt wurde, werden über Pilotprojekte Innovationen umgesetzt.

Zu den involvierten Unternehmen gehört auch die Hermes Europe GmbH, deren sechsrädriger Zustellroboter aktuell in drei Hamburger Stadtteilen getestet wird. Dr. Michael Otto, Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Group, vermittelte in seinem Impulsvortrag die Bedeutung der sogenannten Multichannel-Strategie und der Verantwortung des Unternehmers für nachhaltige Lösungen in der Logistik.

Kommissar Oettinger betonte in seiner Keynote die Chancen der Digitalisierung für die Logistik-Branche. Er skizzierte die Initiativen der KOM und hob besonders die Bedeutung digitaler Logistik-Hubs hervor, mit denen die KOM die Digitalisierung der Branche, mit besonderem Fokus auf KMU, vorantreiben will. Zudem bekräftigte er das Ziel einer sicheren und flächendeckenden Netzanbindung mit optimaler Geschwindigkeit und Qualität. Der Quantensprung zu 5G sei unumgänglich und werde von der KOM durch ihren 5G-Aktionsplan unterstützt, mit dem die Technik ab 2018 unionsweit ausgebaut sowie nationale 5G Ausbaupläne koordiniert werden sollen.

Anschließend bat Prof. Dr. Peer Witten, Vorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg, den Ersten Bürgermeister Scholz, den stellvertretenden Kabinettchef von Kommissar Oettinger, Dr. Thibaut Kleiner, sowie die MdEP Martina Werner und Hanjo Schneider, Mitglied des Vorstandes der Otto Group und Aufsichtsratsvorsitzender der Hermes Europe GmbH, auf das Podium.
Diskutiert wurde anschließend die gesamte Bandbreite der Herausforderungen und Lösungsansätze für eine Handelslogistik 4.0: Wie kann die Kooperation von Unternehmen und Wissenschaft gesteigert werden? Welchen Beitrag leistet ein funktionierendes Ökosystem zur Verankerung innovativer Start-Ups in der EU? Welchen rechtlichen Rahmen benötigen die innovativen Ansätze? Wie sollten Genehmigungsprozesse für innovative Lösungen gestaltet werden? Welche Rolle spielen Normung und Standards?

Den Schlusspunkt aus dem Publikum setzte Helen Kaarlep von Starship Technologies, dem estnischen KMU, das den flinken Zustellroboter entwickelt hatte. Nach der Podiumsdiskussion nutzte das Publikum bei einem Empfang die Gelegenheit, mit den Diskussionsteilnehmern ins Gespräch zu kommen.

 

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