Internationale Kampagne für ein Schwerölverbot in der Arktis bekommt weitere Unterstützung aus Deutschland: Die Maritime LNG Plattform unterstützt die Clean Arctic Alliance

Die Deutsche Maritime LNG Plattform hat diese Woche das Arctic Commitment unterschrieben, das ein Verbot für die Nutzung von Schweröl (Heavy Fuel Oil, HFO) als Kraftstoff in der arktischen Schifffahrt fordert. Sie schließt sich somit einer diversen Gruppe von Unterstützern an, unter ihnen internationale Konzerne und Organisationen, Politiker und Polarforscher.
Sian Prior, Sprecherin der Clean Arctic Alliance, einer Koalition von internationalen NGOs, die im Januar 2017 das Arctic Commitment initiiert hat, freute sich über die Erweiterung des Unterstützerkreises:
„Die Clean Arctic Alliance begrüßt die Maritime LNG Plattform als neues Mitglied einer wachsenden, internationalen Bewegung, die sich dafür ausspricht, die Nutzung von Schweröl als maritimen Kraftstoff in dem besonders sensiblen und einmaligen Ökosystem der Arktis zu verbieten.“

Sie ergänzte:
„Die Schifffahrt kann schon heute deutlich emissionsärmere Kraftstoffe nutzen, wie zum Beispiel LNG, und hat somit bereits jetzt die Möglichkeit, freiwillig den Pfad zu einer nachhaltigen Zukunft zu beschreiten. Zwar befasst sich der Meeresumweltausschuss der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation in seiner nächsten Sitzung mit dem Schwerölverbot in der Arktis, doch braucht es hier noch stärkeres Engagement von Unternehmen und Regierungen, um ein entschlossenes Handeln des Gremiums einzufordern. Die Unterstützung der Plattform kommt also in einer besonderen wichtigen Phase unserer Kampagne.“

Tessa Rodewaldt, Geschäftsführerin der Plattform, betonte:
„Die Plattform unterstützt ein Verbot von HFO als Schiffskraftstoff in der Arktis – und genau deshalb habe ich diese Woche für die Plattform das Arctic Commitment unterschrieben. Die Schifffahrt muss sauberer werden und eine sich verschärfende, internationale Regulierung treibt diesen Prozess voran. Dies muss allerdings auch für die Arktis gelten, deren Ökosystem besonders durch Emissionen gefährdet ist. Durch die Nutzung von LNG als Schiffstreibstoff können Emissionen erheblich reduziert werden, wodurch die negativen Auswirkungen der Schifffahrt auf die fragile arktische Umwelt verringert werden können.“

Die Clean Arctic Alliance ist eine internationale Koalition von NGOs, die sich bei der IMO (International Maritime Organization) für ein Schwerölverbot in der arktischen Schifffahrt einsetzen. Der deutsche Partner der Alliance ist der Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Die Deutsche Maritime LNG Plattform ist eine Interessenkoalition mit knapp 100 Mitgliedern und Partnern aus dem deutschen und internationalen maritimen Sektor. Ihr Ziel ist die Schaffung einer nachhaltigeren und sauberen Schifffahrt durch die Nutzung von LNG (Liquefied Natural Gas, Flüssigerdgas) als maritimen Kraftstoff und als Energiequelle, um Schadstoffemissionen, wie Stickoxide, Schwefeloxide, CO2. und Feinstaub zu reduzieren. Ecological Council, Environmental Investigation Agency, European Climate Foundation, Friends of the Earth US, Greenpeace, Icelandic Nature Conservation Association, Nature And Biodiversity Conservation Union, Ocean Conservancy, Pacific Environment, Seas At Risk, Surfrider Foundation Europe, Transport & Environment and WWF.

Das Arctic Commitment:
Am 25. Januar wurde das Arctic Commitment auf der Arctic Frontiers Konferenz im norwegischen Tromsø auf den Weg gebracht. Das Arctic Commitment ist eine Initiative der Clean Arctic Alliance und dem Kreuzfahrtunternehmen Hurtigruten, die Unternehmen und Organisationen dazu aufruft, sich ihrer Forderung nach einem stufenweisen Schwerölverbot in der Arktis anzuschließen. Zahlreiche Organisationen inklusive der Arctic Expedition Cruise Operators (AECO) haben bis heute schon das Arctic Commitment gezeichnet. Den Wortlaut der Erklärung und die bisherigen Unterzeichner finden Sie hier:
http://www.hfofreearctic.org/en/arctic-commitment/

Die Clean Arctic Alliance
Die folgenden Organisationen bilden die Clean Arctic Alliance, die sich für einen Ausstieg von Schweröl als Schiffstreibstoff in der Arktis engagiert:
Alaska Wilderness League, Bellona, Clean Air Task Force, Danish Ecological Council, Environmental Investigation Agency, European Climate Foundation, Friends of the Earth US, Greenpeace, Icelandic Nature Conservation Association, Nature And Biodiversity Conservation Union, Ocean Conservancy, Pacific Environment, Seas At Risk, Surfrider Foundation Europe, Transport & Environment and WWF.
Mehr Informationen zur Clean Arctic Alliance finden Sie hier:
http://www.hfofreearctic.org/

Die Maritime LNG Plattform
Seit 2014 setzt sich die Maritime LNG Plattform für die Etablierung von LNG als Alternativkraftstoff in der See- und Binnenschifffahrt sowie zur Landstromnutzung ein: Dabei geht es vor allem um eine positive und marktgerechte Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Nutzung von LNG im maritimen Sektor. Mit fast 100 nationalen und internationalen Mitgliedern und Partnern, unter ihnen Häfen, Reedereien, Motorenhersteller, Logistikunternehmen, Infrastrukturbetreiber, Gaslieferanten, Technologiekonzerne, Klassifizierungsgesellschaften, Werften sowie Schifffahrts- und Umweltverbände, wirkt die Maritime LNG Plattform erfolgreich als Vermittler zwischen Wirtschaft und Politik. Im konstruktiven und pragmatischen Dialog arbeitet die Plattform eng mit dem Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Entwicklung einer LNG-Strategie für den maritimen Sektor in Deutschland zusammen. Die Plattform ist Mitglied des von der Europäischen Kommission eingesetzten European Sustainable Shipping Forums (ESSF).
Weitere Informationen finden Sie unter: www.lng-info.de

Über die Nutzung von Schweröl in der Arktis

• Schweröl (engl. Heavy Fuel Oil, HFO) ist ein viskoser, fossiler Brennstoff für den Antrieb von Schiffen, die u.a. Waren in der ganzen Welt transportieren. Durch seinen hohen Schwefelgehalt verursacht die Verbrennung dieses minderwertigen Kraftstoffs massive Luftschadstoffemissionen und stellt zudem insbesondere im Falle von Havarien ein erhebliches Umweltrisiko dar. Besonders problematisch ist seine Nutzung in arktischen Gewässern, wo sich austretendes Schweröl besonders langsam zersetzt und somit das dortige Ökosystem mit seiner einmaligen Flora und Fauna zerstören kann.
• Schweröl produziert schädliche und besonders hohe Luftschadstoffemissionen, wie Schwefeloxide, Stickoxide, Feinstaub und Ruß (engl. Black Carbon). Wenn Black Carbon in der Arktis emittiert wird und sich in der Folge dort auf Schnee oder Eis niederlässt, dann sind die klimaschädlichen Auswirkungen bis zu fünfmal höher als wenn es auf dem offenen Ozean emittiert worden wäre.
• Am 16. März 2017 hat das Europäische Parlament als Teil der „Arctic Resolution“ der Europäischen Union für eine Unterstützung des Schwerölverbots in arktischen Gewässern gestimmt. Der Entschluss verlangt von der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedstaaten „…to actively facilitate the ban on the use of heavy fuel oil (HFO) and carriage as ship fuel in vessels navigating the Arctic seas through MARPOL of IMO” (siehe dazu auch die Antwort der Clean Arctic Alliance: http://www.hfofreearctic.org/en/2017/01/31/clean-arctic-alliance-response-eu-parliament-arctic-resolution/)
• Die Clean Arctic Alliance ist davon überzeugt, dass die Nutzung von Schweröl in der Arktis bis zum Jahr 2020 gestoppt werden kann, wenn Regierungen und Unternehmen gemeinsam von der IMO ein Schwerölverbot in der Arktis verlangen. Die Clean Arctic Alliance bestärkt die Schifffahrt darin, zu qualitativ hochwertigeren und emissionsärmeren alternativen Kraftstoffen, wie LNG, zu wechseln, bevor ein Schwerölverbot in Kraft tritt.

Kontakt:
Tessa Rodewaldt
Geschäftsführerin
Maritime LNG Plattform
rodewaldtlng-info.de
Tel.: +49 17631128113

Dave Walsh
Communications Advisor
HFO-Free Arctic Campaign
Dave.WalshHFOFreeArctic.org
Tel.: +34 692 826 764

Informationen zum NABU und der Kampagne:
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/schifffahrt/21415.html