NAVIS News vom 09.10.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
Wie immer müssen wir uns zunächst mit der Entwicklung in der Weltschifffahrt beschäftigen. Und das besonders im Hinblick auf Ihre Planungen für ihre weltweiten Im- und Exporte. In der Schifffahrt herrscht verhaltener Optimismus, aber nur für die letzten Monate dieses Jahres.

Eine Beurteilung für die nächsten Jahre ist nicht feststellbar. Alle glauben an eine Markterholung. Die Gründe hierfür sind für uns nicht ganz schlüssig. Inzwischen ist die Anzahl der Auflieger (Schiffe, die unbeschäftigt auf Reede liegen) auf rd. 140 Einheiten gesunken. Die größten Reeder haben zwischenzeitlich Neubauten vornehmlich in China geordert, die mit einer Kapazität von 20.000 - 21.500 TEU ein Novum sind. Diese Ultra-Large-Container-Vessels (ULCV) haben die sensationelle Länge von 400 m. Durch die Breite kann eine zusätzliche Containerreihe transportiert werden. Natürlich wissen die Reeder, dass sie von den Häfen und Terminals viel abverlangen müssen, um den Umschlag schnell zu bewältigen und auch die Hinterland-Verkehre ertüchtigen müssen. Wenn man sich mit dem Tagesgeschäft befasst, weiß man, dass es zurzeit, und nicht nur durch die für alle Beteiligten erschreckende Eisenbahn-Sperre des Rheintals, erhebliche Probleme im Vor- und Ablauf gibt. Die Terminals sind völlig überlastet, denn beim Bahntransport werden die Züge nicht zeitgerecht be- und entladen und Zugausfälle sind an der Tagesordnung. Daher erneut die große Bitte, sehr rechtzeitig zu disponieren und auch damit zu rechnen, dass sich die üblichen Transportpreise durch die Verknappung des LKW-Raumes erhöht haben.

Sie sehen, im Moment ist die Situation auf nüchternen Magen kaum zu ertragen! Wie üblich bleiben wir dran und Ihre Ansprechpartner an den Seehäfen unternehmen alles menschenmögliche, um Ihren berechtigten Wünschen zu entsprechen. Seit einiger Zeit beobachten wir sehr aufmerksam zwei gegensätzliche Trends: Einmal Angebote von Nicht-Seehafenspediteuren, die versuchen, ins Geschäft zu kommen. Das ist natürlich, aber man muss die gesamte Rechnung aufmachen. Und zweitens die Angebote erfahrener Seehafenspediteure, die nicht nur Offerten für die eigentliche Seefracht unterbreiten, sondern ein Full-Package inkl. der Vor- und ggfs. Nachläufe und die nicht zur vergessenen Hafen- und Servicegebühren. Wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen, aber wir wissen von unseren langjährigen Kunden, dass diese manchmal vor Wut an die Decke gingen und nicht Trübsal geblasen haben. Wer Angebote, wie immer sie geartet sind, echt vergleicht, stellt fest, dass die bisherigen Kontakte zu uns auf Ihre Bedürfnisse eingehen.

Nochmal kurz zurück zur Schifffahrt: Die nicht immer gelungenen Ratenerhöhungen, im Reederjargon „Anpassung“, bedeuten für alle Beteiligten weiterhin eine gewisse Unsicherheit. Wenn Sie wie wir angesichts der beschriebenen Probleme gähnen, dann gähnen wir zu Recht. Denn diese Szenarien hat es immer gegeben. Wir hoffen auf ein Happy End und möchten kein Lehrgeld bezahlen.

Was tut sich denn sonst in unserer Welt? Hurra - die Goldreserven bei der Deutschen Bundesbank sind zur Hälfte in die Keller Frankfurts zurück transportiert worden. Nun weiß jeder, dass die Goldreserven Währungsreserven sind und es schadet nichts, dass die Hälfte des Goldschatzes sich wieder in Frankfurt befindet. Allerdings soll der Umtransport 7,7 Mio Euro gekostet haben.

Über die Nutzung der sog. Arctic Route ist in den letzten Jahrzehnten viel gesprochen worden. Nun planen eine koreanische und eine chinesische Reederei ab dem Jahr 2020 mit speziellen Einheiten von 2.500 bis 3.500 TEU diese wieder zu einzurichten. Man meint, die Strecke von Nordeuropa bis China in 14 Tagen zu bewältigen. Das ist jedoch nur in 4 Monaten des nordischen Sommers möglich, und auch nur, wenn Eisbrecher die Fahrt unterstützen.

Viel ist über den Bestseller der Lüfte, den Tomatensaft, gesprochen worden. Jetzt wollen Forscher entdeckt haben, dass durch den veränderten Kabinendruck der Geschmackssinn der Passagiere positiv beeinflusst wird. Allerdings hat man wohl die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Stewardessen gemacht, denn diese sind gezwungen, Gläser zu nutzen, was bei anderen Getränken nicht unbedingt der Fall sein soll.

Zwischenzeitlich sind viele neue Bestimmungen zum Zoll- und Außenwirtschaftsrecht veröffentlicht worden. Diese beinhalten Warenursprung und Präferenzen, so auch die Endbeglaubigungen durch das Bundesverwaltungsamt (BVA), aber auch Neuigkeiten über Durchführungsverordnung für Geschäfte mit dem Iran, Syrien, Nordkorea, Libyen und der Demokratischen Republik Kongo sind enthalten. Unser Sascha Kaminski gibt Ihnen gerne Einzelheiten (SKAnavis-ag.com, Tel. (040) 789 48 - 288)). Sehen Sie uns es bitte nach, wenn wir wieder einmal auf unsere Heimatstadt Hamburg stolz sind. Zu den „lebenswerten Metropolen“ belegt Hamburg mit 95 Punkten den 10. Platz. Hamburg steht damit an erster Stelle in Deutschland. Die australische Metropole Melbourne wurde wieder als lebenswerteste Stadt der Welt gekürt. Sie wissen ja, dass wir seit Jahrzehnten bestens in Australien vertreten und vernetzt sind. Fragen Sie gern Heino Beimgraben (HBnavis-ag.com, Tel. (040) 789 48 - 280) und Ralf Schmeling (SGnavis-ag.com, Tel. (040) 789 48 - 238)). Selbst erfahrenen Autobesitzern kann es passieren, das man Benzin statt Diesel tankt - oder umgekehrt. Immerhin berichtet der ADAC, dass Tank-Pannen 20.000 mal im Jahr passieren. Möge Sie dieses Unglück nie ereilen. In diesen Fällen kann man sich im Internet bei www.falsch-tanken24.de schlau machen, die dann nach ihrer eigenen Webpage ruckzuck für Hilfe sorgen. Auf alle Fälle eines: niemals losfahren! Über St. Helena fragen Sie uns bitte nicht, weshalb wir diesen Ort, der den United Kingdom Overseas Territories zugerechnet wird, so lieben. Wir haben in den letzten Jahrzehnten schon manche Kiste mit dem einzigen regelmäßigen Schiff ab England transportiert. Und über den „unmöglichen Flughafen“ St. Helena, der mit gewaltigem finanziellen Aufwand gebaut wurde, aber wegen widriger Winde nicht oder nur mit Einschränkungen zu nutzen ist, berichtet. Hurra! Jetzt hat die private südafrikanische Luftlinie Airlink (www.flyairlink.com) eröffnet und fliegt einmal wöchentlich mit einer Embraer E190 von Johannesburg über Windhoek nach St. Helena. Gleichzeitig teilt Airlink mit, dass man in Kürze auch einen Dienst zwischen St. Helena und Ascension aufnehmen wird. Im Gegensatz zu St. Helena wird Ascension allerdings schon für Großbritannien für die Versorgung per Flugzeug bedient. Also zusammengefasst: Wenn Sie St. Helena besuchen wollen, ersparen Sie sich mit dem Flug die 5-tägige Reise mit dem monatlich verkehrenden Postschiff ab Kapstadt. Vergessen sollte man dann aber nicht, dass Sie in diesem Falle gleich weiterfahren oder einen Monat warten müssen.

Es ist schon erschreckend zu lesen, dass rd. 35.000 Kraftfahrzeuge im letzten Jahr gestohlen wurden. 73 % verschwanden für immer. Egal ob Schloss, Mechanik Sicherung - nichts ist sicher. Ganz unsicher ist keylessgo! Diese werden durch Lesegeräte aus der Entfernung ausgelesen und das Auto zeitgleich geöffnet.

Vielreisende kennen natürlich die verschiedenen Reisepässe. Man sieht sie mehr oder weniger unbewusst bei Mitreisenden oder bei der Kontrolle. Jetzt erschien ein handliches Buch „Passport - Alle Reisepässe dieser Welt“, ISBN 978-3-7913-8372-9 - Prestel (422/01) zum Preis von Euro 19,95. Stolz können Deutsche sein, denn wir genießen das Privileg, die höchste Anzahl von Ländern ohne Visum besuchen zu können.

Die Frachtpreise für Stückgut und Ladungsverkehre innerhalb Deutschlands und Europas waren lange Zeit recht stabil. Höhere Produktionskosten, gewaltige Erschwernisse und nicht zu vergessen höhere Personalkosten erfordern eine Preisanpassung. Diese beträgt durchschnittlich 5,8 - 6 % der bisherigen Raten. Die berühmten Gastronomieführer Guide Michelin und Gault Millau dehnen ihre Bewertung auch über die traditionellen Grenzen weiterhin aus. Guide Michelin hat zu Shanghai ein neues Werk verfasst. Danach soll der führende Gastronomietempel an Wochenenden einen Preis von 6000 Yuan (das sind rd. 770 Euro), allerdings inkl. Getränke, verlangen.

Viel- und Urlaubsreisende sollten nie vergessen, dass fremde Länder andere Sitten und Gebräuche haben und dass es auch andere Gesetze gibt. Freizügigkeit in der Bekleidung, Respektlosigkeiten gegenüber kirchlichen Denkmälern, Verschmutzung etc. können in besonderen Fällen sogar zu Freiheitsstrafen führen. Das italienische Fremdenverkehrsamt weist auch darauf hin, dass die Mitnahme von Sand, selbst in kleinsten Mengen, gesetzlich verboten ist. Sardinien droht bei Mitnahme oder Veränderung der Strände mit Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro. Unsere Partner in Thailand weisen drauf hin, dass die dortige Regierung die Preise von Zigaretten bis zu 40 % und bei alkoholischen Getränken bis zu 20 % erhöht hat. Man verspricht sich hiervon ein besseres Gesundheitsverhalten. Allerdings wird befürchtet, dass die Steuer zu illegal hergestellten Spirituosen verführt.

Das Paradoxon der Städte
Städte sind die Motoren des wirtschaftlichen Wachstums. Sie haben eine hohe Konzentration an wirtschaftlicher Aktivität, viele Beschäftigte und hohe Einnahmen. Auf der anderen Seite gibt es in Großstädten auch starke soziale Benachteiligungen, große Einkommensunterschiede, hohe Arbeitslosenquoten und mehr Kriminalität. Dieses räumliche Nebeneinander von entspannten, wohlhabenden Großstädtern und Menschen, die täglich finanziellen, beruflichen und persönlichen Herausforderungen ausgesetzt sind, wird „städtisches Paradoxon“ genannt. 12,1 Millionen Menschen leben in der Metropolregion London. Dabei werden die Einwohner der Stadt und der direkten, mit ihr verwobenen Umgebung zusammengezählt. Knapp hinter der britischen Hauptstadt folgt die französische. Die Metropolregion von Paris hat rund 11,9 Millionen Einwohner. Zählt man nur die Menschen, die innerhalb der Stadtgrenze von Paris leben, schrumpft die Zahl auf 2,2 Millionen Pariser. Weil das Stadtzentrum allerdings über diese Grenze hinausreicht, entwickelten die Forscher von Eurostat eine neue Raumeinheit, die „greater cities“. Im Großraum Paris leben nach dieser Zählung fast sieben Millionen Menschen

Mit besten Wünschen und Grüßen aus Hamburg für Sie und Ihre Angehörige

Ihre
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