Köpfe der Logistik

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig neue "Köpfe der Logistik" vor:

Dirk Rahn
Geschäftsführer Operations, Hermes Germany GmbH

 

Wann/wo wurden Sie geboren?

Geboren wurde ich 1963 in Husum, im schönen, wenn auch leider oft grauen Nordfriesland.

Wie sah Ihr bisheriger Ausbildungsweg aus?

Begonnen hat alles nach dem Abitur mit einem Studium der Volkswirtschaft. 1990 bin ich beim damaligen Hermes Versand Service eingestiegen. Ab 1998 war ich bei Hermes dann als Bereichsleiter in der Logistiksteuerung tätig, bevor ich 2004 in die Geschäftsführung des Hermes Einrichtungs Service gewechselt bin – und fortan Möbeltransporte im 2-Mann-Handling mitverantwortet habe. 2011 zog es mich wieder zurück ins Paketgeschäft. Heute bin ich, nunmehr für Hermes Germany, als Geschäftsführer Operations tätig.

Wie sind Sie dazu gekommen, in der Logistik zu arbeiten? Bzw. Was verbindet Sie beruflich mit der Logistik?

Ich hatte als Jugendlicher nie den konkreten Plan, eines Tages in der Logistik zu arbeiten. Im Gegenteil, eigentlich wollte ich Medizin studieren, erst über Umwege bin ich schließlich in der Volkswirtschaft gelandet. Gegen Ende des Studiums war dann die Frage: Wissenschaftliche Laufbahn einschlagen oder einen Job in der Wirtschaft annehmen? Bewerbungsgespräche hatte ich damals unter anderem mit OTTO und Hermes, für ganz unterschiedliche Bereiche übrigens. Beide allerdings sagten nach den Gesprächen unisono zu mir: „Du gehörst in die Logistik!“. Das hat mich so beeindruckt, dass ich mir zumindest einen Eindruck der Branche verschaffen wollte. Der Eindruck dauert jetzt schon 27 Jahre … 

Was gefällt Ihnen an der Logistik und Ihrer derzeitigen Tätigkeit am besten?

Unser gesamtes modernes Leben beruht auf Logistik. Und damit meine ich nicht nur das bequeme, mittlerweile alltägliche Einkaufen im Netz, das erst durch die Paketdienste möglich wird. Auch unsere gesamte Einzelhandelsstruktur, von der Mönckebergstraße bis zum Krämer um die Ecke, wäre ohne eine moderne Logistik nicht lebensfähig. Eine solche wichtige Branche aktiv mitzugestalten und zu verändern, das ist eine tolle Aufgabe.

Was ist das Besondere am Logistikstandort Hamburg?

Natürlich ganz klar die traditionell enge Bindung an den Hamburger Hafen! Wenn Sie an einem Wochentag einmal an der Elbe gestanden und auf die geschäftigen Docks in Steinwerder geblickt haben, wird klar: In Hamburg ist Logistik eine Hauptattraktion, auch wenn es sicherlich an einigen Punkten noch Verbesserungspotenzial gibt. Auch die vielen logistiknahen Bildungseinrichtungen sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Ob FH Wedel, Uni Hamburg oder TU Harburg: Es ist toll zu sehen, wie Hamburger Hochschulen und Unis auf dem Logistik- und Handelsparkett über die Stadtgrenzen hinweg zunehmend an Renommée gewinnen.

Warum engagieren Sie sich in der LIHH?

Als Hamburger Unternehmen und zweitgrößter Paketdienst Deutschlands ist uns natürlich gerade in unserer Heimatstadt viel daran gelegen, die Logistik als solche nach vorne zu bringen und ihr die Sichtbarkeit zu geben, die sie verdient. Mit der Logistik-Initiative haben wir an unserer Seite einen idealen Partner, den wir gerne und langfristig unterstützen.

Was war Ihr persönlich bisher größtes Highlight im Netzwerk der LIHH?

Das eine große Highlight kann ich gar nicht benennen, dafür gab es viel zu viele spannende Projekte. Unsere Fair-Truck-Initiative etwa, die ich maßgeblich mitgestaltet habe, hat bei mir bis heute einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Gleiches gilt für die Jahreskonferenz 2017 im Empire Riverside Hotel auf St. Pauli. Ich hielt dort einen Vortrag zur Kooperation mit Logistik-Start-ups, das hat viele spannende Gespräche und Kontakte nach sich gezogen. Ein weiteres Highlight war der Test unserer Starship-Paketroboter letztes Jahr in Hamburg. In nur wenigen Wochen konnte das Projekt von der ersten Idee in die Pilotreife gebracht werden, auch weil die lokalen Behörden und die Logistik-Initiative das Projekt so wunderbar unterstützt haben. Ein Höhepunkt der anderen Art ist übrigens das jährliche Sommerfest der Initiative. Ein toller Branchentreff, auf den ich mich schon jetzt wieder freue!