In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig neue "Köpfe der Logistik" vor:

Frank Bolten, Geschäftsführer der CHAINSTEP GmbH

 

 

Wann/wo wurden Sie geboren?

Geboren wurde ich 1959 in Duisburg.

Wie sah Ihr bisheriger Ausbildungsweg aus?

Nach einer Ausbildung zum Exportkaufman Ende der 1970er Jahre habe ich mich während meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre für eine Marketing- und Vertriebslaufbahn entschieden. Die Aussicht, früh in der aufkommenden PC-Industrie dabei zu sein, gab den Ausschlag. Meine wesentlichen beruflichen Stationen: zehn Jahre Sony Deutschland (zuletzt Vertriebsdirektor), vier Jahre Deutsche Telekom Zentrale (Head of eBusiness) und sieben Jahre Sharp Deutschland/Österreich (Landes-Chef). Seit 2011 konzentriere ich mich darauf, Unternehmen auf Ihrem Weg des digitalen Wandels zu unterstützen.

Wie sind Sie dazu gekommen, in der Logistik zu arbeiten? Bzw. Was verbindet Sie beruflich mit der Logistik?

In all meinen Management-Positionen waren IT und Logistik für mich entscheidende Disziplinen. Meine Überzeugung ist, dass sehr gut etablierte Marktprozesse das Fundament für ein erfolgreiches Vertriebs-Unternehmen sind. Mir ist wichtig, Digitalisierung aus Sicht und zum Nutzen der Kunden zu forcieren. Und in dem Zusammenhang habe ich mich 2015 entschlossen, mich komplett auf die Blockchain-Technologie zu konzentrieren. Blockchain ist immer dann interessant, wenn an einem Prozess verschiedene Teilnehmer beteiligt sind. Die Transportlogistik mit ihren vielen Stakeholdern und den oft nur wenig digitalisierten Prozessen kann von Blockchain in einer Weise Nutzen ziehen, wie kaum eine andere Branche. Das war für Christopher Nigischer und mich der entscheidende Grund im Mai 2017 mit CHAINSTEP ein Unternehmen zu gründen, das einen Schwerpunkt auf die Transport­logistik legt - gemäß unserem Motto: "Wir bringen Blockchain in die Realwirtschaft".

Was gefällt Ihnen an der Logistik und Ihrer derzeitigen Tätigkeit am besten?

In der Logistikbranche ist ein echter Aufbruch zu spüren - es macht Spaß, das zu erleben. Eventuell ist das ja ein positiver Effekt der teilweise wenig fortgeschrittenen Digitalisierung unserer Branche. Das Interesse an Blockchain Technologie ist beeindruckend groß. Die Menschen sind neugierig und offen andere Wege zu diskutieren. Wir möchten mit unseren Aktivitäten helfen, Blockchain Technologie in der Transportlogistik zum Nutzen der Kunden einzusetzen.

Was ist das Besondere am Logistikstandort Hamburg?

Ich hatte als Vertreter von CHAINSTEP meinen ersten Auftritt auf dem Hamburg-Stand während der Transportlogistik in München Anfang Mai 2017. Bereits dort habe ich erleben dürfen, wie gut und vertrauensvoll die Marktteilnehmer am Logistikstandort Hamburg zusammenarbeiten. Ich denke für einen Standort mit einer derart großen Bedeutung ist das wirklich etwas Besonderes.

Warum engagieren Sie sich in der LIHH?

Die Liefer- und Logistikketten funktionieren nur dann gut, wenn die einzelnen Marktteilnehmer gut vernetzt sind. Die LIHH bietet hierzu hervorragende Möglichkeiten. Für CHAINSTEP als junges Unternehmen, das dazu noch mit Blockchain ein Themenfeld besetzt, das dann besonders sinnvoll ist, wenn mehrere Teilnehmer eingebunden sind, ist dies besonders wertvoll.

Was war Ihr persönlich bisher größtes Highlight im Netzwerk der LIHH?

Glücklicher Weise konnten wir schon in den ersten Tagen unserer Mitgliedschaft an dem Förderantrag zu HANSEBLOC mitarbeiten. Das war und ist immer noch eine tolle  Erfahrung. Wir sind nun sehr gespannt auf den Bescheid aus Berlin und hoffen, dass wir ab Januar gemeinsam in unserem Konsortium daran arbeiten können, den digitalen Frachtbrief über Blockchain-Technologie abzusichern und transparent zu machen.

 

Frank_Bolten_CHAINSTEP