Jahreskonferenz "Logistik kompetent vernetzt"

Auf der Jahreskonferenz "Logistik kompetent vernetzt" der Logistik-Initiative Hamburg am 16. Juni 2016 im Empire Riverside Hotel diskutierten Praktiker mit Vertretern von Politik, Interessenverbänden sowie Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen rund um das Thema Netze: Persönliche Netzwerke, Digitale Netzwerke, internationale Netzwerke und wissensbasierte Netzwerke.

Die Logistik-Initiative sei nun schon seit 10 Jahren ein wertvolles Instrument der Vernetzung innerhalb Hamburgs und auch in der Metropolregion, so Staatsrat Rieckhof in seiner Begrüßungsrede. Die Welt verändere sich schneller, als man wahrnehme, und, um den Standort Hamburg wettbewerbsfähig zu halten, müsse man seine Informationen mit anderen teilen, sein persönliches Netzwerk ausbauen und nutzen lernen.

Er stimmte somit dem Warm-Up-Speaker Peer-Arne Böttcher, Inhaber der Peer-Arne Böttcher Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, zu, dass man heute nur noch partnerschaftlich zum Erfolg komme. Dies sei ohne Informationsaustausch, Kommunikation und Transaktion nicht mehr möglich. Ein funktionierendes Beziehungsmanagement entstehe durch die Vernetzung der persönlichen Kontakte miteinander.

Hans Stapelfeldt, stellv. Vorsitzender des Logistik-Initiative Hamburg e.V., bekräftigte ebenfalls die Notwendigkeit der Vernetzung der einzelnen Akteure innerhalb der Logistik. Damit die Mittelständler in Bezug auf Industrie 4.0 den Kontakt zu den „Großen der Branche“ nicht verlören, müssten Sie zusammenarbeiten und Netzwerke wie die Logistik-Initiative nutzen.

„Open-Innovation“ sei es, die praktiziert werden müsse, so Key-Note Speaker Michael Westhagemann, CEO Region Nord, Siemens AG Region Nord sowie Vorsitzender des IVH Vorstands. Es müsse ein beständiger Austausch über alle Branchen hinweg und mit Forschungseinrichtungen bestehen. Die erlebte, disruptive technische Veränderung könne so in eine schöpferische umgewandelt werden. Zwar könne ein Mittelständler dies neben dem Alltagsgeschäft nur schwer bewerkstelligen, Zeit für zukunftsgerichtete Ideenfindung und –analysen müsse sich aber genommen werden.

Den ersten Impulsvortrag der Rubrik „Digitale Netzwerke“ hielt Ulrich Wrage, Vorstand DAKOSY Datenkommunikationssystem AG und Themenpate „Digitale Netzwerke“, unter dem Titel „Digitale Community Plattformen in der Logistik“. Er zeigte auf, dass die Effizienz eines Hafens durch elektronischen Datenaustausch aller, an einer Supply-Chain beteiligten Akteure, deutlich verbessert werden könne. Der Hamburg Hafen sei schon heute gut aufgestellt. Darüber hinaus stellte er klar, dass Abwarten keine Option mehr sei, da die Digitalisierung immer weiter voranschreite. Er warnte jedoch auch vor übereilten Handlungen. Ein schlechter Prozess dürfe nicht um der Digitalisierung Willen digitalisiert werden.

Dem stimmte der zweite Impulsredner Ralf Struckmeier, Vice President/Business Unit Logistics, Lufthansa Industry Solutions, zu. Die Digitale Transformation bedürfe eines intelligenten Zusammenspiels von Innovationen, Prozessen und Technologien: „Wer die Weichen jetzt richtig stellt, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern und darüber hinaus im Zuge von Industrie 4.0 zum zentralen Koordinator der Lieferkette werden. Gut aufgestellt ist, wer jetzt die Rolle des Getriebenen verlässt und zum Treiber der Digitalisierung wird", so Struckmeier.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die Herausforderungen besonders der mittelständischen Logistikdienstleister in Bezug auf die Digitalisierung herausgearbeitet. Eine enge und intensive Zusammenarbeit mit dem Kunden ist zielführend. Dabei können auch bewährte Standardlösungen genutzt werden. Wer auf Individuallösungen setzt, muss mutig sein, muss aber auch immer ein frühes Scheitern zulassen. Im Kontext der Digitalisierung darf der Mensch aber nie vergessen werden. Zwar werden sich die Arbeitsplätze verändern, Know-how und Erfahrungen, Vorteil des Mittelstandes, sollten aber im Unternehmen gehalten werden.

Im weiteren Verlauf fanden Konferenzsequenzen zu den Themen „Internationale Netzwerke“ und „ Wissensbasierte Netzwerke“ statt. Hier wurde deutlich, dass Hamburg als Standort im internationalen Vergleich gut aufgestellt ist, aber selbstverständlich noch immer Entwicklungsmöglichkeiten besitzt. Trendstudien der DHL zeigen monatlich die  Risiken und Resilienzen im internationalen Umfeld. Internationale Expansionen sind nach wie vor - auch für Mittelständler - eine Chance, ihr Geschäftsfeld zu erweitern, solange die Unternehmensstandards gewahrt bleiben und die jeweiligen regionalen Gegebenheiten beachtet werden. Hier unterstützen Institutionen, wie die Handelskammer Hamburg oder die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, mit ihren internationalen Verbindungen und Auslandsniederlassungen.

Auch wenn es um Forschung und Entwicklung geht, können Unternehmen externe Beratung und finanzielle Unterstützung erhalten. Durch das Konzept der „Open-Innovation“ führen nicht nur eigene Ideen zu Innovationen in einem Unternehmen, sondern auch der Input Externer. Besonders die Gemeinschaftsforschung verspricht innovative Ergebnisse. Um dem „Technology Push“ und dem „Market Pull“ gerecht zu werden, müssen Kompetenzen gebündelt werden. Und auch dies hat die Konferenz gezeigt: Informelles Networking - der Austausch von Mensch zu Mensch - ist immer noch einer der größten Innovationstreiber.

Referenten und Vorträge der Veranstaltung:

Referenten der Veranstaltung:

Weitere Teilnehmer an den Diskussionsrunden:

  • Harry Evers, Geschäftsführer, ITS automotive nord GmbH
  • Dr. Peter Jürging, Head of Corporate IT, HOYER GmbH
  • Bernd Vögele, Geschäftsführer, Dunkel, Vögele & Associates GmbH
  • Kerstin Wendt-Heinrich, Geschäftsführerin, TOP Mehrwert-Logistik GmbH & Co. KG 
  • Dr. Nils Kemme, Leiter im Bereich internationale Simulationstechniken, HPC Hamburg Port Consulting GmbH
  • Mirco Nowak, Geschäftsführer, Luno Export & Logistics Services GmbH und Sprecher, Chapter Moscow/Russia, BVL International
  • Wolfgang Nowak, Director International Shipping, IMPERIAL LogisticsInternational B.V. & Co. KG
  • Martin Jung, Abteilungsleiter Innovation und Geschäftsentwicklung, IFB Hamburg 
  • Dr. Barbara Lederer, Referatsleiterin, Leiterin der Arbeitsstelle für Wissens- und Technologietransfer (AWITT), Uni Hamburg
  • Prof. Dr. André Ludwig, Computer Science in Logistics, Kühne Logistics University (KLU)
  • Jürgen Sprang, CEO, atobCARRY UG
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