4. November 2014

Innovatives Personalmanagement im Takt globaler Waren- und Handelsströme – Sonderauswertung Logistik zur Studienreihe „Fachkraft 2020“

Nicht Meter und Minuten, sondern Zentimeter und Sekunden machen in der Logistikbranche moderner Prägung den Unterschied aus. Und hier sind es gerade deutsche Unternehmen, die mit ihren Lösungen im internationalen Vergleich seit Jahren Maßstäbe setzen – sowohl strukturell als auch technisch gesehen. Entsprechend gefragt ist Logistik "Made in Germany" aktuell dort, wo es um die Steuerung regionaler und globaler Handelsströme geht. Doch wie zukunftsfähig sind deutsche Logistikunternehmen personell aufgestellt? Und welche strategischen Ressourcen bieten sich an?

Die ökonomischen Fragestellungen zu Themen wie Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung werden in den kommenden Jahren an Komplexität hinzugewinnen, so auch im Logistikbereich. (1) Ist die Branche angesichts des demografischen Wandels personell in der Lage, den immer schneller werdenden Takt der Globalisierung auch in Zukunft bedarfsgerecht und präzise abzubilden? (2) Wie positionieren im branchenübergreifenden Werben um die (besten) Absolventen von morgen? (3) Und wie zielgerichtet eingehen auf das steigende Anspruchsdenken und sich stetig ausdifferenzierende Bedürfnislagen junger Menschen?

Auf Basis der Studienreihe „Fachkraft 2020“ erstellte Referent Philipp Seegers vom Department of Education Economics der Maastricht University eine auf die Logistikbranche in Deutschland zugeschnittene Potenzialanalyse für die Zielgruppen Studierende und junge Absolventen. Die dargestellten Ergebnisse...
→ ...basieren auf einer Stichprobe von bundesweit über 100.000 Studierenden,
→ ...resultieren aus bis dato fünf Erhebungen zur Studienreihe seit dem WS 2012,
→ ...entstanden in Kooperation mit der Maastricht University und der STUDITEMPS GmbH.

Inhalt 1: Studentenjobs
Der erste Teil des Vortrages setzte sich mit dem studentischen Nebenjob auseinander. Anhand verschiedener Fragestellungen wurden die studentischen Jobpräferenzen mit Bezug auf die Dauer, Zeitpunkt und Art der Beschäftigung erläutert. Analytisch im Fokus steht hier der ausgeprägte studentische Wunsch nach flexiblen Arbeitsgelegenheiten.

Gemeinsam mit dem Auditorium wurde anschließend diskutiert, wie es gelingen kann, durch Studenten im Nebenjob auch auf Unternehmerseite eine höhere Flexibilität erreichen zu können, gerade bezogen auf operative Randzeiten.

Inhalt 2: Arbeitsangebote für Absolventen
Im zweiten Teil des Vortrages wechselte der Fokus vom Studenten zum Absolventen. Mithilfe innovativer Fragetechnik (Vignette) konnte aufgezeigt werden, welche Jobattribute sich in welcher Ausprägung auf die Jobattraktivität auswirken. Als sehr aussichtsreich ist hier für Hamburg die hohe wohnliche und kulturelle Standortattraktivität der Hansestadt zu betrachten, die sich perspektivisch sogar mindernd auf die Gehaltserwartungen von Absolventen auswirken dürfte.

Zusätzlich wurde anhand der vorliegenden Befragungsergebnisse deutlich, dass klassische Jobeigenschaften wie Jobsicherheit und Gehalt auch für die Studierenden von heute Priorität haben. Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten, Aufstiegsmöglichkeiten und Eigenverantwortung werden dagegen von den zukünftigen Absolventen als weniger wichtig erachtet.