3. Februar 2015

Was tut die Logistikbranche in der Metropolregion Hamburg, um dem vielzitierten Fachkräftemangel aktiv zu begegnen?

Die Teilnehmende der After-Work Veranstaltung der Logistik-Initiative diskutierten kontrovers über das Thema und zeichneten dabei ein differenziertes Bild. Auf der einen Seite stehen die großen Logistikunternehmen, die bereits heute aktiv die modernen Instrumente der Personalarbeit einsetzen und durch ihre Arbeitgebermarke und der attraktiven Standorte in und um Hamburg über ein ausreichend hohes Bewerberaufkommen verfügen.

Auf der anderen Seite stehen viele mittelständische Unternehmen, die bereits jetzt Probleme haben geeignete Bewerber zu gewinnen. Die Unternehmer sind in der Regel stark in die operativen Prozesse eingebunden und verfügen so nur über eingeschränkte Strukturen und Ressourcen um sich mit dem Thema Personal zu befassen.

In dem Vortrag des Abends wurde von Stefan Licht (trainM GmbH) mit dem Business Advisor ein Programm vorgestellt, das insbesondere mittelständischen Unternehmen den Zugang zu einer qualifizierten Zielgruppe ermöglicht.

Der Business Advisor wurde entwickelt, um ausscheidende Offiziere in Praxisprojekten die notwendigen kaufmännischen Instrumente für eine erfolgreiche Beschäftigung in mittelständischen Unternehmen an die Hand zu geben. Offiziere sind zum Ende ihrer aktiven Dienstzeit um die 32 Jahre alt, alle akademisch ausgebildet, bringen in der Regel eine ausgeprägte Projekt- und Führungserfahrung mit und waren zum Teil bereits in Logistikprozessen beruflich tätig.

Die im Programm integrierte Praxisphase von 6 bis 8 Wochen bietet beiden Seiten einen hohen Mehrwert. Die Kandidaten wenden die erlernten Instrumente aus der Weiterbildung direkt in der Praxis an, die Unternehmen haben die Möglichkeit Projekte umzusetzen, für im Alltag sonst keine Kapazitäten bereitstehen.

Der Unternehmensberater Michael Neubert (neubert-steuermann.de) berichtet aus einem aktuellen Praxisprojekt über den Business Advisor: „Ziel des acht wöchigen Praxis-Projektes ist die Reorganisation der internen Verwaltungsprozesse in einer Video-Produktionsfirma in Hamburg. Nach einer intensiven Ist-Aufnahme erstellt der Kandidat individuelle Prozesschecklisten zur Strukturierung der Verwaltungsabläufe.

Die Geschäftsführung hat dieses Thema bereits seit mehreren Monaten auf der Agenda. Die Konzentration einer Vollzeitkraft für dieses interne Thema überzeugte schnell. Dem Unternehmen entstehen für den Praktikanten keine zusätzlichen Personalkosten. Der Kandidat erhält einen Einblick in reale Abläufe und kann theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung bündeln. Für alle entsteht somit eine Win-Win-Situation.“

Die Anwesenden diskutierten intensiv über die Vorteile der Praxisprojekte und sehen hierin gerade für mittelständische Unternehmen eine Chance betriebswirtschaftlichen Themen und Instrumente umzusetzen. Darüber hinaus sehen die Entscheider in den Betrieben, wie der Kandidat arbeitet und haben dadurch für eine eventuelle Festeinstellung eine gute Entscheidungsgrundlage. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass sie das vorgestellte Instrument in Ihren Unternehmen bzw. bei Ihren Kunden vorstellen werden.

Insgesamt eine spannende Diskussion über Chancen und Risiken der Personalentwicklung in der Logistikbranche.“