Logistik-After-Work am 06.09.2016

Leadership 4.0 - was Führungskräfte heute können müssen

Das Thema war Programm – mit 18 Personalverantwortlichen und Führungskräften aus der Branche fand am 06. September 2016 in gewohnt entspannter Atmosphäre das Logistik-After-Work der Logistik-Initiative Hamburg statt. Die Referenten Michael Schäfer und Dr. Anja Behrens, von Mercuri Urval, thematisierten aktuelle Erkenntnisse und Strategien zum Thema „Leadership 4.0 – was Führungskräfte heute können müssen“ im Nio an der Reeperbahn. Dem Impulsvortrag folgte ein angeregter Austausch mit neuen Ideen und für kommende Herausforderung im Kontext der Digitalisierung und des Generationenwandels.

Doch was bedeutet das für Unternehmen und Führungskräfte im Logistikbereich? Nach welchen Hard- und Soft-Skills muss bei einer Nachbesetzung gesucht werden? Wie agiert eine Führungskraft optimal, die das Unternehmen in der heutigen Zeit lenkt? Und was zeichnet die Führungskraft von morgen aus?

Die Studie „Leadership for Logistics and Supply Chain Management“ von Mercuri Urval und Logistik HEUTE macht deutlich, dass in der Logistik zum Thema Leadership und Führungskräfteentwicklung dringender Handlungsbedarf besteht. Die drei befragten Marktsegmente Handel, Industrie und Dienstleistung sehen die sich verändernden Marktbedingungen, wie beispielsweise Internationalisierung und Technisierung, als zentrale externe Herausforderung.

Eine strategische Neuausrichtung kann nur gelingen, wenn die Führungskräfte die Mitarbeiter in den Veränderungsprozess mit einbinden und sie nicht nur „verwalten“. Die soziale Kompetenz von Managern, die sogenannten „Soft Skills“, werden deshalb in Zukunft eine besondere Rolle einnehmen.
Auch die Fähigkeit, innerhalb des Verantwortungsbereiches einen größeren Teamgeist aufzubauen, wird für zukünftige Logistikleiter und Führungskräfte in den Fokus rücken. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass den aktuellen Führungskräften teilweise die Einsicht fehlt, ihren eigenen Erfolg durch die konsequente Vernetzung mit anderen Unternehmensbereichen, z.B. Vertrieb und Finanzen, zu steigern. Dieses „Silodenken“ hat oftmals historische Ursachen. Im Handel und in der Industrie war und ist die Supply Chain immer noch eine interne Dienstleistungsabteilung, die den Einkauf sicherstellt. Dieses Denken führte bei der Auswahl der Manager bisher dazu, die sozialen gegenüber fachlichen Fähigkeiten zurückzustellen.

Mit dem Einstieg in Industrie 4.0 werden sich die Auswahlkriterien ändern müssen. Gefragt sind Führungskräfte, die man am besten als charmante Schlankmacher bezeichnen könnte. In allen Marktsegmenten werden Manager aufgrund des sich weiter verschärfenden Wettbewerbs häufiger unpopuläre Entscheidungen treffen müssen. Die Verschlankung interner Strukturen und die Effizienzsteigerung von Arbeitsprozessen werden den Kampf gegen Widerstände zu einem wesentlichen Anteil der Führungsaufgabe machen. Unternehmen müssen dafür Manager gewinnen oder entwickeln, die zwar die notwendige „Härte“ und Entschlossenheit mitbringen, gleichzeitig jedoch mit Diplomatie und unter Beachtung traditioneller Werte agieren.