MetroLog

Logistik-Konferenz der Metropolregion Hamburg

Am 17.November 2016 fand zum vierten Mal die regionale Logistikkonferenz der Metropolregion Hamburg statt: die MetroLog 2016 in Lüneburg. Hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik informierten und diskutierten die Entwicklung der Logistik. Thematische Schwerpunkte waren dabei die Trimodalität des Hafens Lüneburg sowie Industrie 4.0 als Chance für die Logistikregion Hamburg.
Noch vor dem Kongress folgten die Teilnehmer mehrheitlich der Einladung der Hafen Lüneburg GmbH zu einer  Schiffstour vom Hafen Lüneburg zum Schiffshebewerk in Scharnebeck, welches noch wichtiges Thema des Kongresses und der Podiumsdiskussion wurde.
Landrat Manfred Nahrstedt und Prof. Dr. Peer Witten, Vorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg, begrüßten die Gäste in der Ritterakademie in Lüneburg. 

In der angeschlossenen Podiumsdiskussion stellen sich die Gäste Matthias Lüdemann (Geschäftsführer, RAIFFEISEN), Andreas Rieckhof (Staatsrat, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Hamburg), Jürgen Enkelmann (Geschäftsführer, Wirtschaftsförderungs GmbH für Stadt und Landkreis Lüneburg), Clemens Sommerfeld (Geschäftsführer, BKS - Binnenschifffahrtskontor Sommerfeld), Daniela Behrens (Staatssekretärin, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Arbeit, Hannover), Wolfgang Kloppenburg (Vorstandsvorsitzender, Osthannoversche Eisenbahnen AG) und Martin Exner (stellv. Hauptgeschäftsführer, Industrie und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg) den gezielten Fragen des Moderators Tim-Oliver Frische (Leitender Redakteur, DVV Media Group GmbH)

Auf die Frage wie er die Chancen Lüneburgs als Logistik-Standort einschätze, bestätigte Herr Exner, dass dieser zwar gut aufgestellt sei, jedoch das Potenzial noch nicht ausgeschöpft werde. Herausforderungen seien definitiv die Umsetzung der geplanten Infrastrukturvorhaben. Auch Herr Cloppenburg, der die gute Entwicklung des Standortes betonte, plädierte für eine rasche Umsetzung der Bauvorhaben um den Wettbewerb zwischen den Verkehrsträgern in der Region zu stärken. Herr Sommerfeld hingegen monierte die geringen Transportvolumina, die durch einen vermehrt auftretenden Rückstau am Schiffshebewerk Scharnebeck und die unregelmäßigen Lösch- und Ladezeiten begünstigt würden. Die Zuverlässigkeit des Transportmittels „Binnenschiff“ werde so herabgesetzt. Im Sinne der Trimodalität müsse jedoch für Prognostizierbarkeit gesorgt werden – auch im Hamburger Hafen. Lüneburg habe dabei großes Potenzial als Binnenhafen von der positiven Entwicklung des Welthandels zu profitieren und sei ein wichtiger Ergänzungspunkt für Hamburg, so Herr Enkelmann. Dem stimmte auch Herr Lüdemann zu, der kürzlich großflächig in den Binnenhafen Lüneburg investierte und dort ein großes Lager errichten lässt um künftig auch in Richtung Holland und Belgien verschiffen zu können.  Die aktuellen Transportvolumina von 1.000 Tonnen seien dabei jedoch noch nicht ausreichend im Wettbewerbsvergleich mit LKW. Der Ausbau der Schiffswege und – hebewerke sei drängend um höhere Volumina zu ermöglichen.
Frau Behrens bekräftigte jedoch erneut, dass eine Finalisierung des Schleusenbaus erst bis 2030 realistisch sei. Sie verstehe das drängende Interesse, die aktuelle Arbeitsmarktlage verzögere jedoch die Umsetzung. Herr Rieckhof betonte ebenfalls die schwierige Imagesituation von Tief- und Wasserbau bei Ingenieuren und bat um Verständnis, es werde breiflächig für Nachwuchsgewinnung geworben. Als ein weiteres drängendes Problem der Binnenschifffahrt identifizierte  er die fehlende Digitalisierung und somit problematisch Anbindung an den Hamburg Hafen, der sich immer schneller zum „smart port“ entwickle.

Insgesamt zeigte sich, dass Lüneburg als Logistikstandort heute schon gut aufgestellt ist. Der geplante Infrastrukturausbau für die Verkehrsträger Straße (A39), Schiene (Alpha–E) und Wasserstraße (Schleuse Lüneburg/Scharnebeck) stellt die Weichen für die Zukunft. Nun gilt es die Entwicklungsimpulse zum Wohle des Standortes und der Region entsprechend zu nutzen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde in vier Kurzreferaten die Dynamik der Logistikregion Lüneburg und die Chancen für die Metropolregion Hamburg durch die Digitalisierung vorgestellt. So präsentierte Herr Dr. Jürgen Glaser die Trends und Herausforderungen des Logistikstandortes Lüneburg und  Lars Strehse, Geschäftsführer der Hafen Lüneburg GmbH den Lüneburger Binnenhafen als Wirtschafts- und Standortfaktor. Dr. Jürgen Bischoff, Mitglied der Geschäftsleitung agiplan GmbH zeigte die Chancen auf, die sich durch Industrie 4.0 für den Mittelstand und für die Logistik ergeben. Werner Gliem, Geschäftsführer der Logistik-Initiative Hamburg, präsentierte abschließend, welche Projekte die Logistik-Initiative derzeit im Rahmen der Digitalisierung durchführt und wie sie Branchenvertreter bei diesem komplexen Thema unterstützen kann.

Die MetroLog 2017 findet am Donnerstag, den 02. November 2017 in der Hansestadt Lübeck statt.

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Informationen zum Logistikstandort Lüneburg finden Sie hier.

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