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23.03.2020

Gemeinsame Erklärung – Hamburgs Finanzwirtschaft vereinbart enge Zusammenarbeit zur Umsetzung des Corona-Schutzschirms

Die Hamburger Sparkasse, die Hamburger Volksbank, die Investitions- und Förderbank, der Bankenverband Hamburg und Finanzplatz Hamburg sowie die Hamburger Finanzbehörde vereinbaren eine enge Zusammenarbeit zur Umsetzung des Hamburger Schutzschirms für Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen. Dazu haben die Beteiligten heute folgende gemeinsame Erklärung abgegeben:

Gemeinsame Erklärung
Im Zusammenwirken mit allen Beteiligten hat Hamburg die finanzielle und wirtschaftliche Kraft, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zu bewältigen. Der Bund hat ein milliarden­schweres Hilfsprogramm sowie insbesondere steuer- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen auf den Weg gebracht, die laufend ergänzt und nachjustiert werden. Der Hamburger Senat hat einen Hamburger Schutzschirm für Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen in unserer Stadt aufgespannt, der auf spezifische Hamburger Herausforderungen konkrete Hamburger Antworten gibt und jetzt Schritt für Schritt umgesetzt wird. 

Gemeinsam mit unserem Ansprechpartner im Senat, dem Hamburger Finanzsenator, wollen wir mit dieser gemeinsamen Erklärung deutlich machen, dass wir als Hamburger Finanzwirtschaft unseren Teil beitragen wollen, damit Hamburg so gut wie möglich durch die Krise kommt. Wir wollen die Spielräume ausschöpfen, um im Zusammenwirken mit den Hilfsprogrammen von Bund und Ländern, den Kreditprogrammen von KfW und IFB, in Kooperation der zuständigen Behörden, insbesondere Finanz- und Wirtschaftsbehörde, den in Not geratenen Hamburger Unternehmen zu helfen. Im Schulterschluss von Bund, Land und Finanzwirtschaft machen wir deutlich: Wir gemeinsam lassen die vielen Selbständigen, die vielen Unternehmen aller Branchen und Größen in dieser schwierigen Lage nicht im Stich!

Um diese grundsätzliche Unterstützungszusage, diesen „Hamburger Schulterschluss“ einlösen zu können, bauen wir auch auf die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Finanzwirtschaft und Finanzbehörde, die seit Frühjahr 2018 die Zuständigkeit für die Finanzwirtschaft übernommen hat. Wir werden die jeweiligen Unterstützungsmaßnahmen gut miteinander abstimmen und z.B. mit Durchleitung von Krediten Service aus einer Hand anbieten. Dabei sind der Situation angemessene Rahmen­bedingungen unverzichtbar: Denn genauso, wie die Finanzpolitik jetzt den Rahmen schafft, damit Staat und Stadt helfen können, müssen in der aktuellen Notfallsituation auch die jeweiligen Anforderungen für die Finanzwirtschaft in den Blick genommen werden, um bankseitig so unbürokratisch helfen zu können, wie wir uns das alle wünschen. Wenn wir uns gemeinsam unterhaken, kann und wird jeder an seiner Stelle einen zentralen Beitrag leisten, damit diese Stadt gut durch diese Krise kommt.

Hamburg handelt und hilft – Hamburgs Finanzwirtschaft macht mit!
Dr. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher Hamburger Sparkasse und Vorsitzender des Finanzplatz Hamburg: „Die Hamburger Sparkasse handelt jetzt schnell und entschlossen. Für unsere Kunden haben wir ein Hilfspaket geschnürt, das ab heute abgerufen werden kann. Damit leisten wir unseren Beitrag dazu, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu begrenzen und stehen unseren Firmenkunden verlässlich zur Seite. Auch alle Banken am Finanzplatz Hamburg nehmen Ihre Verantwortung wahr und tun ihr Möglichstes, damit der Wirtschaftskreislauf unserer Stadt aufrecht erhalten werden kann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Banken am Finanzplatz Hamburg machen für ihre Privatkunden und Unternehmenskunden trotz großer Belastungen einen großartigen Job und begleiten sie mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, durch diese Krise.

Dr. Reiner Brüggestrat, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank: „Jetzt ist die Stunde der Banken. Gemeinsam übernimmt die Hamburger Finanzwirtschaft Verantwortung und bündelt ihre Kräfte, um auch in dieser schwierigen Situation verlässlicher Partner für den Hamburger Mittelstand zu sein. Die volle Ausschöpfung der Hilfsprogramme ist unsere Hamburger Antwort auf die vielen Hilferufe, die uns in diesen Tagen erreichen: Zusammen mit dem Hamburger Senat, der Bundesregierung und allen voran dem Finanzsenator wollen wir verhindern, dass Unternehmen in Hamburg ihre Existenz und damit Arbeitsplätze verlieren. Als Hamburger Volksbank haben wir unsere Kapazitäten ausgebaut und solidarisch die Ärmel aufgekrempelt, um als aktiver Krisenunternehmer für unsere Firmenkunden da zu sein – mit schneller und unkomplizierter Hilfestellung. 'Handeln und helfen' – Klarheit und Schulterschluss beweist Hamburg besonders in Krisenzeiten.“

Marcus Vitt, Vorstandsvorsitzender des Bankenverbandes Hamburg e.V. (Vorstandssprecher Donner & Reuschel AG): „Die privaten Banken stehen immer fest an der Seite ihrer Kunden und werden alle Schritte unternehmen, um Liquidität rasch und unbürokratisch in die Unternehmen zu bringen. Die zuständigen Fachabteilungen in den Häusern haben das ganze Wochenende durchgearbeitet, damit eine Antragstellung ab dem 23. März und eine schnelle und effiziente Entscheidung möglich sind. Oberstes Anliegen ist es, bestehende bürokratische Vorgaben aus dem Weg zu räumen. Die operative Last bei der Abwicklung der Sonderprogramme auf Seiten der KfW wie der Banken – angesichts von Homeoffice und möglicher Ausgangssperren – wird immens sein. Wir rechnen mit mehreren zehntausend Anträgen innerhalb kürzester Zeit, versprechen aber, unser Bestes für unsere Kunden auf die Beine zu stellen.“

Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender Hamburgische Investitions- und Förderbank:„Durch die Beschlüsse der letzten Tage und das klare Bekenntnis der Banken und der Stadt den Betroffenen helfen zu wollen, sind nunmehr die Voraussetzungen geschaffen worden, diese Hilfen kurzfristig umzusetzen. Mit Solidarität und besonnen Verhalten aller wird Hamburg auch diese Krise bewältigen.“

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen von Corona abzufedern, müssen und werden wir alle mit anpacken. Und alle Betroffenen müssen wissen, dass sie alle aktuellen Hilfsangebote prüfen und nutzen sollen. Wir wollen Beschäftigte und Unternehmen aller Größen und Branchen zu schützen. Für die Umsetzung der vielen sich abzeichnenden Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern ist aber ein enger Schulterschluss mit der Finanzwirtschaft eine zentrale Voraussetzung. Gerade jetzt kommt es auf die Banken ganz entscheidend an. Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass sich alle wesentliche Akteure aus der Hamburger Finanzwelt heute zu diesem Schulterschluss bekannt haben. Damit geben wir das Signal in die Stadt, dass sich Wirtschaft und Gesellschaft auf die Hilfszusagen von Politik und Banken verlassen können. Das schafft Vertrauen und Zuversicht auf dem schwierigen Weg, der vor uns liegt. Hamburger Finanzbehörde und Hamburger Finanzwirtschaft werden diesen Weg im engen Austausch gehen und begleiten.“

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