27.04.2021

Nationaler Radverkehrskongress in Hamburg

Am 27. und 28. April 2021 wird Hamburg zum Zentrum für den Radverkehr. Mehr als 2.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - und damit mehr als je zuvor - diskutieren online mit 120 Expertinnen und Experten aus aller Welt auf dem 7. Nationalen Radverkehrskongress (NRVK), wie Deutschland zum Fahrradland wird. Bundesminister Andreas Scheuer stellte der Fahrradcommunity heute den neuen Nationalen Radverkehrsplan 3.0 vor - die Radverkehrsstrategie des Bundes bis 2030.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Das Rad boomt und Geld dafür ist da: Bis 2023 fördert allein das Verkehrsministerium bessere und sichere Radinfrastruktur mit der Rekordsumme von 1,46 Milliarden Euro. Jetzt müssen diese Mittel abgerufen und vor Ort eingesetzt werden. Beim Nationalen Radverkehrskongress zeigen wir, welche Möglichkeiten, Angebote und gute Vorbilder es dafür gibt - national und international. Wir zeigen zudem, wie wir uns die Zukunft des Radverkehrs in Deutschland vorstellen - mit unserem Nationalen Radverkehrsplan 3.0. Erstmals haben wir dafür auch die Bürgerinnen und Bürger befragt. So eine umfassende Strategie für ein sicheres und gutes Miteinander gab es noch nie. Ich fordere alle auf, den NRVP 3.0 mit Leben zu füllen und die Maßnahmen umzusetzen. Ich freue mich, wenn der NRVK genutzt wird, um voneinander zu lernen, sich auszutauschen, Ideen mit nach Hause zu nehmen und sie dort schnell auch anzupacken.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg:

Über Jahrzehnte war die Verkehrspolitik in Großstädten auf das Auto ausgerichtet. 2011 haben wir in Hamburg eine neue, systematische Radverkehrspolitik begonnen, mit der wir den Radverkehr bis heute mehr als verdoppelt haben. Das Fahrrad ist ein fester Bestandteil der modernen urbanen Mobilität und zusammen mit dem Öffentlichen Nahverkehr der Schlüssel für die Mobilitätswende und die Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Radfahren ist auf den neuen Hamburger Radwegen, Fahrradstraßen und Velorouten schnell, komfortabel und sicher möglich. Der Nationale Radverkehrskongress in Hamburg verzeichnet einen Teilnehmerrekord, das zeigt die große Bedeutung des Radverkehrs für die zukünftige Entwicklung der Mobilität in Deutschland.

Zum Nationalen Radverkehrskongress
Der NRVK ist der wichtigste und größte Fachkongress zum Radverkehr in Deutschland und richtet sich an das Fachpublikum aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. In zahlreichen Programmpunkten beleuchtet der NRVK, wie der Radverkehr in Deutschland gestärkt werden kann und wie Länder und Kommunen gezielt beim Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur unterstützt werden. Zu den Höhepunkten des ersten Kongresstages zählt die Verleihung des Deutschen Fahrradpreises. In der Kategorie "Fahrradfreundlichste Persönlichkeit" geht die Auszeichnung in diesem Jahr an Dr. Eckart von Hirschhausen.

Veranstalter des 7. Nationalen Radverkehrskongresses ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Kooperation mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Kongress wurde vom Bundesverkehrsministerium im Jahr 2009 ins Leben gerufen. Er findet alle zwei Jahre an wechselnden Standorten statt. Teilnahmeberechtigt sind öffentliche Stellen, privatrechtliche Unternehmen und Verbände sowie Einzelpersonen, jeweils mit dem Tätigkeitsfeld Radverkehr, Verkehr und Mobilität oder einem dem Radverkehr nahestehenden Themenfeld. Mehr Informationen: www.nationaler-radverkehrskongress.de

Zum NRVP 3.0
Der NRVP 3.0 ist die Strategie für die Radverkehrsförderung in ganz Deutschland und Leitlinie für Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft bis 2030. Die Förderung des Radverkehrs ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Das Anliegen: mehr, besserer und sicherer Radverkehr – in der Stadt und auf dem Land.
Der NRVP 3.0 ist ein Bürgerplan: Beim Nationalen Radverkehrskongress 2019 hat Bundesminister Scheuer den Startschuss für den NRVP 3.0 gegeben und erstmals Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich in die Erarbeitung einzubringen. Ihre wichtigsten Anliegen: lückenlose Radverkehrsnetze und mehr Verkehrssicherheit. Darauf aufbauend wurden die Inhalte und Themen gemeinsam mit Vertretern von Ländern, Kommunen und Verbänden wie ADFC, VCD, ADAC, Changing Cities, Deutsche Bahn, VDV, Zweirad-Industrie-Verband e.V. und Deutsches Institut für Urbanistik diskutiert.

Der Nationale Radverkehrsplan 3.0. wurde letzte Woche vom Bundeskabinett beschlossen und heute der Fahrradcommunity vorgestellt. Weitere Informationen: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2021/036-scheuer-deutschland-fahrradland.html

Zur Radverkehrsoffensive des BMVI
Der NRVP 3.0 und der Nationale Radverkehrskongress sind Teil der Radverkehrsoffensive des BMVI. Das Ziel: ein möglichst flächendeckendes Radverkehrsnetz, sichere Wege, eine Entflechtung der Verkehre und eine Vernetzung der Verkehrsträger. Dafür stehen bis 2023 Rekordmittel in Höhe von rund 1,46 Mrd. Euro zur Verfügung, die vor Ort den Radverkehr verbessern sollen, u.a.:

  • Zur Unterstützung der Länder und Gemeinden bei Planung und Bau von Radschnellwegen stellt der Bund seit 2017 pro Jahr Finanzhilfen in Höhe von 25 Mio. Euro bereit. Im Rahmen des Klimapaketes wurde diese Förderung für den Zeitraum von 2021 bis 2023 auf 50 Mio. Euro jährlich verdoppelt. 29 Anträge wurden bereits bewilligt. Radschnellwege sind insbesondere für urbane Räume und Metropolregionen interessant und können eine echte Alternative insbesondere für Pendler sein.
  • Für innovative Modellprojekte stellt das BMVI bis 2023 insgesamt 127 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden zum Beispiel der fahrradfreundliche Umbau des Ballindamms in Hamburg und die Planung der Warnowbrücke in Rostock gefördert.
  • Mit dem Sonderprogramm "Stadt und Land" fördert das BMVI erstmals Infrastrukturprojekte der Länder und Kommunen für einen besseren Radverkehr vor Ort. Rund 660 Millionen Euro stehen u.a. für neue und sichere Radwege, Fahrradparkplätze oder Fahrradbrücken und Unterführungen zur Verfügung. 144 Maßnahmen wurden bereits bewilligt.
  • Mit 46 Millionen Euro fördert das BMVI zudem den Ausbau und die Erweiterung des "Radnetzes Deutschland". Das Radnetz Deutschland besteht aus dem Radweg Deutsche Einheit, dem Iron Curtain Trail und den zwölf D-Routen – ein breites Netz an Radfernwegen, die durch ganz Deutschland führen.
  • Mit einem Volumen von 8,3 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erstmals Radverkehrs-Professuren und die Einrichtung von Masterstudiengängen Radverkehr an sieben Hochschulen. Mit den Stiftungsprofessuren sollen neue Radexperten ausgebildet werden - auch bei den dringend benötigten Verkehrsplanern.

Das BMVI hat außerdem eine fahrradfreundliche Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung vorgelegt. Darin enthalten sind z.B.: Mindestüberholabstand für Kfz, Schrittgeschwindigkeit für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 t innerorts, Grünpfeil ausschließlich für Radfahrer, generelles Haltverbot auf Schutzstreifen, erleichterte Einrichtung von Fahrradzonen, Verkehrszeichen Lastenräder, Überholverbot an Engstellen.

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