27.06.2019

Perspektivwechsel-Radtour „Wir tun etwas“: Lkw-Fahrende steigen aufs Fahrrad

Der ADFC, die Unternehmen Remondis GmbH und Heinrich Zoder Spedition GmbH sowie der Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH) und die Straßenverkehrsgenossenschaft SVG Hamburg eG starten eine gemeinsame Perspektivwechsel-Radtour

Lkw-Fahrende haben aus ihren erhöhten Kabinen eine ganz besondere und häufig schwierige Sicht auf den Straßenverkehr. Im Rahmen dieser Radtour erleben sie den Verkehr aus der Perspektive der Radfahrenden und lernen brisante Stellen in der Stadt kennen, an denen es in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen zwischen Kfz und Radfahrenden kam. Ziel der Tour ist es, im Verkehrsalltag Unfallrisiken besser einschätzen zu können, indem sich die Lkw-Fahrenden in die Rolle der Radfahrenden versetzen. Später haben auch die Radfahrenden die Möglichkeit, die Sicht aus einem Lkw zu erleben.

Da Unfälle mit Lkw und Radfahrenden oft tödlich für Radfahrende enden, haben die Spediteure und ihre Fahrer, der ADFC, der VSH sowie die SVG Hamburg das Ziel, Abbiegeunfälle ganz zu vermeiden. Das geschieht zum einen durch die Erprobung verschiedener Abbiegeassistenten, die ab 2022 in Europa Pflicht werden sollen und in Hamburg bereits getestet werden. Die Perspektivwechsel-Radtour mit Touren-Guides des ADFC soll ein weiterer Baustein sein, die Unfallrate auf null zu bringen.
 
Maren Hering, Sprecherin des Verbandes Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH) sagt: „Es ist gut und richtig, dass die Abbiegeassistenten endlich vorgeschrieben werden sollen. Aber wir wollen mehr tun. Die Fahrer nehmen freiwillig in ihrer Freizeit an dieser Tour teil. Wir wollen mit dieser Radtour ein Umdenken in den Köpfen aller Verkehrsteilnehmer anstoßen. Die Aktion würde auch gut unter das Motto - Hamburg gibt Acht! passen. Uns geht es um das Miteinander im Straßenverkehr.“ 

Bei dieser Tour ist Aufklärung auf beiden Seiten ein wichtiger Faktor. Jens Deye vom Vorstand des ADFC Hamburg, der die Perspektivwechsel-Radtour mit konzipiert hat, weiß: „Radfahrende müssen sich auf Gefahr durch Abbieger einstellen. Und Lkw-Fahrende müssen die spezifischen Unfallrisiken in Bezug auf Radfahrende kennen. Daher haben sich der ADFC und die Straßenverkehrsgenossenschaft Hamburg eG. darauf verständigt, die Perspektivwechsel-Radtour auch als festen Bestandteil in die Aus- und Weiterbildung der Berufskraftfahrer zu integrieren. Es freut uns sehr, dass sich die Hamburger Unternehmen Remondis und Zoder und damit deren Lkw-Fahrenden sofort bereiterklärt haben an dieser Aktion teilzunehmen. Das zeigt, wie wichtig dieses Thema gerade auch den Speditionen ist.“

Auf der Tour wird ein breites Spektrum an Radinfrastruktur auf einer Länge von ca. 18 Kilometern befahren, darunter einige Unfallpunkte. Inklusive Zwischenstopps ergibt sich eine Fahrzeit von ca. vier Stunden. Kurze theoretische Erläuterungen wechseln sich mit aktiven Elementen ab. Gefahren wird unter realistischen Bedingungen. Das heißt, jeder Teilnehmende muss sich eigenverantwortlich an die Straßenverkehrsordnung halten. Selbstverständlich achten die qualifizierten und erfahrenen Guides vom ADFC auf die Sicherheit der Teilnehmenden.   Am Ende der Tour können die Teilnehmenden ein kleines Get-together auf dem Firmengelände der Heinrich Zoder Spedition GmbH nutzen, um sich über das Erlebte auszutauschen.

Über die Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH)
Der Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e. V. (VSH) ist der Arbeitgeberverband für  die Unternehmen des gewerblichen Straßengüterverkehrs in Hamburg. Die mehr als 1.000 Hamburger Unternehmen beschäftigen rund 15.000 Mitarbeiter, davon 10.000 Fahrer und gehören damit der dritt größten Branche in Deutschland an. Vorsitzende des VSH sind Bianca Poppe und Stefan Wurzel, Geschäftsführer ist Frank Wylezol.

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