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Nachhaltigkeit ist ein Thema, das sich durch alle Branchen hinweg immer größeren Bewusstseins erfreut. Die Reduzierung von CO2 spielt dabei eine wichtige Rolle.

Der europäische Straßengüterverkehr trägt mit 6% aller Emissionen maßgeblich zum CO2-Ausstoß des Kontinents bei. Wenn man in diesem Bereich die Emissionen nachhaltig reduzieren könnte, ließe sich insgesamt bereits sehr viel CO2 einsparen.

Ein erster wichtiger Schritt hin zu dieser Reduzierung ist die präzise Messung der Emissionen. Wieviel wird tatsächlich ausgestoßen, wann und von wem? Man kann nur das reduzieren, was man misst. Hier trifft die Logistikbranche derzeit auf das Problem, dass die Transparenz der CO2-Emissionen nicht entlang der gesamten Lieferkette gegeben ist, die Messungen also nicht ausreichend genau sind.

Wenn man über CO2-Emissionen in den Lieferketten spricht, gibt es drei verschiedene Dimensionen zu berücksichtigen. In der Logistik bezeichnen wir sie als Scope 1, Scope 2 und Scope 3. Scope 1 bezieht sich auf alle Emissionen, die ein Unternehmen bei der Herstellung seiner Produkte verursacht; dazu gehören die Betriebskosten für Maschinen, oder Heizung. Der Strom, den man für diese Vorgängen braucht, lässt sich messen. Scope 1 Emissionen offenzulegen ist aufwendig, aber machbar. Bei Scope 2 wird untersucht, was nötig war, um den für die Scope-1-Aktivitäten benötigten Strom zu produzieren. Die Quelle des Stroms ist messbar, d. h. Sie können messen, welcher Prozentsatz des Stroms durch Wind-, Solar- und andere Energien erzeugt wurde. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen, aber sobald die grundlegenden Daten erfasst sind, ist die Messung einfach. 

Die Messung von Emissionen wird schwierig, sobald man Scope 3 erreicht. Dies umfasst den Verbrauch aller vorgelagerten Aktivitäten der Produktion, also alle Emissionen, die produziert werden, bevor ein fertiges Produkt die Fabrik verlässt. Diesen Verbrauch genau zu messen ist entscheidend für die Bewertung des CO2-Einsparpotenzials, da diese Aktivitäten einen großen Teil zum CO2-Fußabdruck eines jeden Produkts beitragen.

In diesem Bereich Transparenz zu schaffen ist aber sehr schwierig, da der Straßengüterverkehr ein stark fragmentierter Markt ist.

Die Herausforderung der Fragmentierung

Der vorgelagerte Teil einer Lieferkette ist vielfältig, und ein Großteil der Akteure sind kleine Unternehmen. Die Berichterstattung über ihre CO2-Emissionen ist für sie eine kostspielige und schwierige Aufgabe, die sich oftmals nicht lohnt. Da sie bereits mit geringen Margen um die 3 % arbeiten, gibt es nur wenig Anreiz, genaue Messinstrumente zu implementieren oder die Zeit, den Aufwand und das Geld für die CO2-Berichterstattung aufzuwenden. Die Verantwortung dafür muss daher bei ihren Einkäufern liegen; den Unternehmen, die sie beliefern. 

Um die Emissionen zu reduzieren, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die produzierenden Unternehmen die Verantwortung für das CO2 übernehmen, das entlang ihrer Lieferkette entsteht.

Wenn den Scope 1- und 2-Unternehmen die Verantwortung für die Implementierung genauer Messinstrumente bei ihren Scope-3-Partnern übertragen wird, können wir uns ein besseres Bild von den CO2-Emissionen in der gesamten Lieferkette machen, und nicht nur von dem kleinen Teil, den wir bisher messen konnten.

Warum es sich lohnt, jetzt in die Nachhaltigkeit zu investieren

Es ist nicht möglich, die weltweiten Emissionen zu reduzieren, wenn die Scope-3-Emissionen nicht richtig gemessen werden, da sie den Großteil der CO2-Emissionen ausmachen.

Akkurate Messungen und CO2-Transparenz im Straßengüterverkehr sind aber nicht nur für die Logistik relevant. Das übergeordnete Ziel der CO2-Einsparungen in allen Bereichen ist der Umweltschutz, der auch für Verbraucher immer wichtiger wird. Das Interesse an einem möglichst klimaneutralem Konsum wächst.

Die Unternehmen, die den ökologischen Fußabdruck ihrer Produkte transparent nachweisen können, werden hier einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil haben.

Nicht nur ökonomisch wird sich diese Transparenz auszahlen, sondern auch ökologisch. Wir haben nur diesen einen Planeten. Wir sollten alle gemeinsam darauf hinarbeiten, ihn zu bewahren.

 

 

 

Kontakt

Jakob Muus
CEO und Gründer
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Email:jakob.muustracksfortrucks.com

Foto Header: Unsplash/ Bruno van der Kraan

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