Köpfe der Logistik

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig neue "Köpfe der Logistik" vor:

Axel Löhr
CEO
serie a logistics solutions AG

  

Wann/wo wurden Sie geboren?
Ich wurde am 04.10.1974 in Braunschweig geboren.

Wie sah Ihr bisheriger Ausbildungsweg aus?
Nach meinem Abitur 1994 habe ich Politikwissenschaften und Geschichte in Bonn und in Köln studiert und schon im Studium als Werksstudent bei einem Expressdienstleister in Köln und später bei der EMS Kurierpost gearbeitet. Später war ich dann als Technology Consultant bei RTL in Köln tätig. Im Jahr 2007 bin ich dann als COO zur serie a gekommen und bin seit 2009 als Geschäftsführer tätig.

Wie sind Sie dazu gekommen, in der Logistik zu arbeiten? Bzw. Was verbindet Sie beruflich mit der Logistik?
Die Verzahnung von Logistik und IT und die enormen Potenziale, die sich durch innovative und tragfähige IT-Systeme auftun, fand ich schon in den 90er Jahren so spannend, dass sehr schnell klar war, dass mich die Logistik nicht mehr loslässt. Seit mehr als 16 Jahren arbeite ich jetzt an der Schnittstelle zwischen Logistik und IT. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir heute IT-Konzepte und Systeme, die vor 10 Jahren undenkbar gewesen wären.
Heute geht es in der Logistik viel stärker auch um Verantwortung sowie Integration und Verfügbarkeit von Informationen - systemübergreifend -, also um Integration von Logistikpartnern über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg. Die Herausforderungen sind durch global verzweigte Netzwerke weiter gestiegen und IT-Systeme spielen nun mal eine Schlüsselrolle in diesem Feld. Cloud Lösungen und digital unterstütze Kollaboration z.B. über Smartphones rücken in der Logistik daher immer stärker in den Fokus und bedeuten einen großen Fortschritt in der Kommunikation der Logistikpartner untereinander.  Kann zum Beispiel der Fahrer von unterwegs direkt ins System melden, dass er im Stau steht, kann auf der anderen Seite an der Rampe schon umdisponiert werden, das spart allen Parteien nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch Ressourcen und steigert durchgängig die Qualität. Es ist schon eine enorme Herausforderung für die Logistik, den Anforderungen von Kunden und Markt heute gerecht zu werden und die IT liefert hier enorme Möglichkeiten, die den entscheidenden Vorsprung ausmachen können.

Was gefällt Ihnen an der Logistik und Ihrer derzeitigen Tätigkeit am besten?
Funktionierende Logistik passiert im Hintergrund und hat nicht die Strahlkraft wie z.B. die Medienbranche. Aber Logistik bietet mehr als man wahrscheinlich annimmt – branchenübergreifend, lösungsorientiert, international. Dazu ist Logistik ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft sowie das Fundament für viele andere Industrien und bietet viele interessante Aufgabenfelder.
Welch komplexe Prozesse und Informationsketten dahinterstecken ist der Öffentlichkeit in der Form gar nicht bewusst. Zukunftsfähige IT Systeme sind in der Logistik heute vielfach Treiber von Innovationen und nicht mehr wegzudenken, diese Entwicklung mitzugestalten macht meine Tätigkeit so interessant.

Was ist das Besondere am Logistikstandort Hamburg?
Als Norddeutscher bin ich hier bestimmt parteiisch – aber Hamburg ist eine logistische Drehscheibe und wie man so schön sagt „Das Tor zur Welt“.
Einerseits wegen der exzellenten logistischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft aber auch besonders wegen seiner Investitionen in die Zukunft, nämlich in die Qualifizierung unseres Logistiknachwuchses.  Deshalb haben auch viele Logistikdienstleister ihren Sitz in Hamburg, von denen wir einige auch zu unseren Kunden zählen.

Warum engagieren Sie sich in der LIHH?
Die Logistikinitiative vereint ein enorm breites Spektrum an Kompetenzen in der Logistik und ist Förderer von Synergien der Mitglieder untereinander. Besonders für Schlüsselthemen wird eine Plattform geschaffen, die es erlaubt Ideen zu tauschen und zu entwickeln, Wissen und Know-How zu übertragen und gezielt zu bündeln. So ist die LIHH nicht nur ein enormer Zugewinn für die Logistik in Hamburg sondern auch für unsere Logistik in Deutschland und deren Zukunftsfähigkeit.

Was war Ihr persönlich bisher größtes Highlight im Netzwerk der LIHH?
Mein persönliches Highlight ist ganz aktuell die Gründung der FairTruck Initiative, bei der Berufskraftfahrern über eine mobile App die Möglichkeit bekommen, Logistikstandorte anonym von unterwegs zu bewerten. Hier wurden verschiedene Kriterien entwickelt, wie die Behandlung der Fahrer an der Rampe, die Wartezeiten zur Be- und Entladung und zum Beispiel die Parkplatzsituation am Standort. Auf Basis unserer Softwareplattform NX3 konnten wir uns exzellent einbringen und haben die entsprechenden Anforderungen über alle Protagonisten abgebildet. Die beteiligten Partnerunternehmen erhalten durch die FairTruck Initiative nämlich ein direktes Feedback über die eigene Struktur und können gezielt an deren Verbesserung arbeiten. Das steigert nicht nur die Attraktivität als Arbeitgeber in der Logistik sondern ist zukunftsweisend, denn in puncto Berufsumfeld für Kraftfahrer und Image des Berufes haben wir in der Branche noch viel zu tun, denn es wird nun mal zunehmend schwieriger Nachwuchs für den Beruf zu begeistern. Eine solche Initiative ist auch der Beweis dafür, dass sich die Branche zunehmend wandelt und viel ganzheitlicher denkt. Wir freuen uns über die rege Beteiligung und das Engagement der Logistikunternehmen.

 

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Kontakt

as

Anna Schönal

Projektmanagerin Personal & Qualifizierung

Tel.: +49.[0]40.22 70 19 – 808
as(at)hamburg-logistik.net