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Gebr. Heinemann hat einen außergewöhnlichen Aufstieg hingelegt. Mit hochmoderner Technik, ehrgeizigen Klimazielen und dem speziellen Heinemann-Spirit schreibt das Unternehmen diese Erfolgsstory, fest verwurzelt in Hamburg, fort. Im Rahmen unserer Aktion für den 5-Sterne-Logistikstandort besuchten Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard und Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg, das Logistikzentrum in Allermöhe – und erlebten hautnah, warum die Logistikregion Bestnoten verdient.

Vom Schiffsausrüster für zoll- und steuerfreie Waren zum global tätigen Unternehmen im Travel-Retail-Geschäft mit Hunderten Flughafengeschäften rund um den Globus, außerdem Betreiber von Border Shops an Landesgrenzen und sowie Retail-Partner der Kreuzfahrtindustrie: Die rasante Erfolgsgeschichte, die die Brüder Carl Friedrich Eduard und Heinrich Christian Carl Heinemann im Jahr 1879 mit der Gründung von Gebr. Heinemann begannen, ist beeindruckend. Inzwischen wird das Unternehmen von der fünften Generation geführt.

Wer so immens wächst, braucht in vielerlei Hinsicht starke Wurzeln. „Auch als global aufgestelltes Unternehmen bleibt Hamburg unser zentraler Anker und entscheidender Knotenpunkt. Von hier aus steuern wir unsere Warenströme in zahlreiche Länder“, berichtet Michael Meier, Vice President Global Supply Chain des Familienunternehmens mit über 10.500 Beschäftigten. Die Kombination aus der Nähe zum Hafen, den internationalen Verkehrsachsen und der profunden Logistikkompetenz der Region sei ideal. Dazu komme ein exzellentes Netzwerk von Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

In der Hamburger HafenCity liegt der Hauptsitz. Im Stadtteil Allermöhe betreibt der Global Player auf 46.000 Quadratmetern sein größtes Logistikzentrum, ein zweites liegt in Erlensee nahe Frankfurt. Über diese beiden Drehkreuze gehen jährlich rund 106 Millionen Verkaufseinheiten an mehr als 150 Flughäfen in über 50 Ländern, rund 250 Kreuzfahrtschiffe und Fähren, über 150 Border Shops in gut 20 Ländern sowie knapp 50 Airlines. „In Allermöhe laufen alle Fäden zusammen“, erläutert Meier. „Dort bündeln wir Waren aus aller Welt, dirigieren sie gezielt in unsere Märkte und behalten dank digitalisierter, in Echtzeit gesteuerter Prozesse jederzeit den Überblick.“

Um die Lieferketten künftig noch effizienter und robuster auszurichten, setzt man verstärkt auf Automatisierung und Robotik. Eine integrierte, cloudgestützte Datenbasis bildet das Rückgrat der Supply Chain und ermöglicht eine gemeinsame Planung mit Kunden und Lieferanten. Im kommenden Jahr soll zudem ein neuer regionaler Hub in Istanbul den Betrieb aufnehmen und die Wege in die Wachstumsmärkte verkürzen. Um Abhängigkeiten zu reduzieren und resilienter zu werden, arbeitet Gebr. Heinemann pro Hauptroute mit mindestens zwei Dienstleistern.

„Anlagen und Software sind wichtig, aber die entscheidenden Faktoren bleiben der Mensch und unsere Kultur: Sie machen den Unterschied“, betont Inken Callsen, die in der Geschäftsführung als Chief Commercial Officer (CCO) die Bereiche Einkauf, Global Supply Chain und Commercial Effectiveness verantwortet. Ein partnerschaftliches Miteinander mit flachen Hierarchien, Vertrauen und Zusammenarbeit auf Augenhöhe kennzeichnet den Heinemann-Spirit. „Zudem leben wir Vielfalt ganz selbstverständlich; verschiedene Perspektiven, interkulturelle Kompetenz und Teamgeist gehören für uns dazu“, so Callsen.

Besonders ehrgeizig sind die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens: Bereits im Jahr 2030 will Gebr. Heinemann klimaneutral sein – mit Blick auf die direkten internen Emissionen (Scope 1 des Greenhouse Gas Protocol) sowie die indirekten Emissionen aus extern bezogener Energie (Scope 2). Zudem will man indirekte Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, beispielsweise für eingekaufte Materialien (Scope 3), im Vergleich zum Jahr 2019 halbieren. „Der größte Hebel liegt für uns eindeutig in der Logistik“, sagt Michael Meier. Unter anderem setzt Gebr. Heinemann auf 100 Prozent Grünstrom an den Standorten und ein zertifiziertes Energiemanagement. Darüber hinaus fördert das Unternehmen gemeinsam mit seinen Logistikdienstleistern den verstärkten Einsatz von HVO-Biokraftstoff in der Transportlogistik.

Die Kräfte mit anderen zu bündeln, hilft zusätzlich. Im Projekt „KLIMAready“, das sieben Hamburger Cluster verbindet, hat sich Gebr. Heinemann etwa mit dem Heizungs- und Klimatechnikunternehmen Buderus und dem Logistikdienstleister Dachser zusammengetan, um ein Energy-Sharing-Modell aufzusetzen und den erzeugten überschüssigen Solarstrom im Gewerbepark Allermöhe zu teilen. „Genau diese Kollaboration über Cluster hinweg eröffnet uns Wege zu Lösungen, die wir alleine so nicht entwickeln könnten“, erklärt Meier.

Um Herausforderungen auf weiteren Feldern produktiv zu begegnen, ist Gebr. Heinemann im Digital Hub Logistics & Commerce als Unternehmenspartneraktiv. Derzeit gehören mehr als 100 Start-ups dem Coworking-Space an, der Innovationen für Logistik, Supply Chain und Handel befeuert. „Gemeinsam mit dem Start-up blinkin etwa haben wir die App ,GHenie‘ entwickelt“, berichtet Callsen. Damit können die Beschäftigten bei Verkaufsgesprächen in den weltweit rund 430 Shops schnell auf aktuelle Informationen zugreifen – etwa zu Zollbestimmungen oder Produkten. „Mindestens ebenso wichtig wie konkrete Lösungen ist aber der ehrliche Austausch im Netzwerk selbst“, so Callsen. „Im Hub treffen wir andere Unternehmen, diskutieren offen über Probleme und lernen aus Fehlern.“

Das fundamentale Netzwerk am Standort bleibt die Logistik-Initiative Hamburg. „Die Initiative bringt Unternehmen, Behörden und andere Akteure zusammen und macht es deutlich leichter, Themen erfolgreich gemeinsam anzugehen“, schildert Meier. Vor allem der Wissensaustausch erweise sich immer wieder als enorm wertvoll – sei es überLogistikthemen, Leitfäden oder praxisnahe Formate. „Man spürt einfach, dass alle an einem Strang ziehen – und exakt das macht die Zusammenarbeit so effektiv.“ Eben ein Zusammenspiel auf 5-Sterne-Niveau.

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