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Das innovative digitale Anreizsystem von Bonisoft soll die Produktivität im Lager sowie bei Lkw-Fahrten erhöhen und den Digitalisierungsgrad in der Kommunikation spürbar steigern.

Die Leidenschaft für die Sache steckt an: Wenn Michael Hoette enthusiastisch über die Lösungen des Start-ups Bonisoft und den Standort im Digital Hub Logistics & Commerce spricht, springt der Funke schnell über. Das erleben auch die Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg (LIHH), Carmen Schmidt, und die Vorstandsvorsitzende Kerstin Wendt-Heinrich, als sie Bonisoft im Rahmen der Kampagne „5-Sterne-Logistikstandort Hamburg“ im Digital Hub besuchen.

Das Innovationszentrum in der Hamburger Speicherstadt fördert mit Bonisoft und weiteren Jungunternehmen frische Ideen und neue Technologien rund um die Digitalisierung in Logistik und Handel. Etablierte Unternehmen erhalten so die Chance, progressive Entwicklungen frühzeitig zu erproben und zu nutzen. „Clevere Start-ups wie Bonisoft eröffnen größeren und kleineren Playern der Branche neue Perspektiven und stärken unseren 5-Sterne-Logistikstandort Hamburg“, erklärt Wendt-Heinrich.

Hoette und Maximilian Hunfeld, die Bonisoft Ende 2023 gegründet haben, arbeiten im vierten Stock des Hubs, ihr Hauptsitz befindet sich in Kiel. Mit dem mittlerweile achtköpfigen Team entwickeln sie passgenaue Lösungen rund um eine Mitarbeitenden-App und eine Software-as-a-Service-Plattform, die es zulassen, operative Daten mit individuellen Key Performance Indicators (KPIs), also Leistungskennzahlen, zu verknüpfen – um Beschäftigten speziell im Blue-Collar-Bereich einen Motivationsschub zu geben: Wer seinen Job gut macht, kann über das digitale System spielerisch Punkte sammeln und wird belohnt. Eine Extra-Vergütung oder steuerfreie Sachbezüge etwa animieren Berufskraftfahrer oder Lagermitarbeiterinnen dann dazu, spritsparender zu fahren, die Abfahrtskontrolle gewissenhafter durchzuführen, die Fehlerquote beim Picking zu minimieren, zusätzliche Hallenrundgänge zu absolvieren oder alle Ablieferbelege vollständig hochzuladen. Nach dem Baukastenprinzip erweitert Bonisoft dafür Standardmodule je nach Bedarf und passt die KPIs an die relevanten Zielgrößen der Kunden an.

„Unser Anreizsystem vermittelt den Operativen, dass ihre Leistung wertgeschätzt wird, sie eine wichtige Rolle im Gesamtprozess einnehmen – und gibt ihnen Hebel in die Hand, mit dem sie das Ergebnis sichtbar verbessern können“, erklärt Hoette. Das Gefühl der Wirksamkeit sporne zu höherer Produktivität an und steigere die Bindung der Mitarbeitenden. Bonisoft spannt den Bogen aber noch weiter und integriert darüber hinaus News, Termine und digitale Dokumente wie Onboarding-Unterlagen und Checklisten in die App, um zugleich die Digitalisierung der Unternehmenskommunikation voranzubringen. „In der Logistikbranche besteht ein großer Nachholbedarf, den operativen Bereich bei der Digitalisierung mitzunehmen“, weiß Hoette aus vielen Gesprächen innerhalb der Branche. „Motivieren, incentivieren und kommunizieren – das ist der Dreiklang, den wir in die operative Logistik einspielen möchten.“

Zwölf Pilotprojekte in verschiedenen Logistikunternehmen laufen bereits, später sollen auch produzierende Betriebe und das Handwerk hinzukommen. „Unsere ersten Piloten bilden eine große Bandbreite ab, die von kleineren Logistikdienstleistern über Mittelständler mit 100 bis 1.000 Angestellten bis zu einem großen Paketdienst mit 7.000 Fahrerinnen und Fahrern reicht“, erzählt Hoette.

Dass die Idee funktioniert, zeigt das Feedback: Bei einem Großkunden erfährt die App von Bonisoft eine Nutzungsquote von 80 bis 90 Prozent, Sicherheitsvorschriften werden dort jetzt besser befolgt, und die Kundenzufriedenheit ist gestiegen. Bei dem Paketdienstleister schlug das Kundenfeedback gar so sehr nach oben aus, dass sich dort ein Mitarbeiter des Online-Bewertungsportals Trustpilot meldete, weil er einen Programmfehler vermutete. In einem weiteren Unternehmen wuchs die Produktivität dank höherer Picking-Leistung und niedrigerer Krankenstände um bis zu 15 Prozent, andere Kunden wiederum konnten den Spritverbrauch um gut vier Prozent senken. Und auch unbeliebte Schichten lassen sich über das System schneller besetzen, weiß Hoette: „Gerade in Zeiten, in denen Agilität und Resilienz stark an Bedeutung gewinnen, hilft es, neue Prozesse und Leistungsziele schnell bis in die operative Ebene steuern zu können.“

Für die Gründer war übrigens von Anfang an klar, dass sie mit Bonisoft in den Digital Hub wollten: Sie hatten mit einem anderen Start-up und einem Unternehmen bereits zuvor dort gesessen. „Wir fühlen uns wohl hier“, betont Hoette. „Und wo sonst hätten wir sofort Zugang zu einem Netzwerk mit den Entscheidungsträgern von DHL, Buhck und Krone?“ Hamburg als einer der größten und wichtigsten Logistikstandorte biete Bonisoft ohnehin eine wunderbare Spielwiese über alle Modalitäten, um wichtige Erfahrungen in Testläufen zu sammeln und die digitale Lösung mit den unterschiedlichsten Akteuren weiter zu optimieren. Wichtige Kontakte bauen Hoette und Hunfeld auch über die Logistik-Initiative Hamburg aus. „Es macht Spaß, Teil des physischen Netzwerks zu sein, beim rein digitalen Austausch fehlt einfach der menschliche Faktor. Die LIHH verbindet uns auf sehr persönliche und konkrete Weise mit interessanten Mittelständlern aus der Branche, davon profitieren alle Beteiligten“, sagt Hoette. Auch aus diesem Grund ist er mit Bonisoft auf dem Gemeinschaftsstand der LIHH beim Fach-Event BVL Supply Chain CX Ende Oktober in Berlin mit von der Partie.

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