Am 13. und 14. Oktober 2026 kamen Vertreterinnen und Vertreter europäischer Städte, politische Entscheidungsträger, Forschende und Branchenexpertinnen und -experten zur gemeinsamen Abschlussveranstaltung der Projekte MoLo Hubs und UNCHAIN in Brüssel zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie innovative Lösungen für urbane Logistik und Mobilität dazu beitragen können, Städte nachhaltiger, effizienter und lebenswerter zu gestalten.

Gerade für einen bedeutenden Logistikstandort wie Hamburg sind diese Themen von hoher Relevanz: Steigende Anforderungen an die Zustellung auf der letzten Meile, begrenzte Flächen im urbanen Raum und der Wunsch nach weniger Verkehr erfordern neue Ansätze. Mobilitäts-Hubs und urbane Logistik-Hubs können dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie Verkehr, Logistik und ergänzende Dienstleistungen intelligent miteinander verknüpfen.

MoLo Hubs ist ein von der EU kofinanziertes transnationales Innovationsprojekt, das bis Ende 2026 läuft. Ziel ist es, das städtische Verkehrsaufkommen zu reduzieren und neue, nutzerorientierte Logistikdienstleistungen an urbanen Mobilitätsknotenpunkten zu entwickeln und prototypisch umzusetzen. Die Erfahrungen aus den europäischen Pilotstädten zeigen, welche Potenziale solche Ansätze für eine nachhaltigere Gestaltung der letzten Meile und die Weiterentwicklung urbaner Mobilität bieten.

Europäische Erfahrungen für die urbane Logistik nutzen

Während der zweitägigen Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wie die urbane Logistik den Weg zu klimaneutralen Städten unterstützen kann und wie sich Projekterkenntnisse in konkrete Maßnahmen übertragen lassen. Dabei wurde deutlich: Technologie allein reicht nicht aus, um eine nachhaltige urbane Logistik zu ermöglichen. Entscheidend sind ebenso geeignete Rahmenbedingungen, eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren sowie Lösungen, die auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Eine anschließende Exkursion nach Mechelen veranschaulichte, wie diese Ansätze in der Praxis funktionieren. Dort zeigten bpost-Paketstationen, die per Lastenrad beliefert werden, wie sich die Zustellung auf der letzten Meile emissionsärmer gestalten und der Einsatz konventioneller Lieferfahrzeuge reduzieren lässt. Der im Rahmen von MoLo Hubs eröffnete "Hoppin Point" Keerdok verdeutlichte darüber hinaus, wie Mobilitäts-Hubs den Wechsel zwischen Verkehrsmitteln erleichtern und attraktive Alternativen zum privaten Pkw schaffen können.

Beide Beispiele liefern wichtige Impulse für Hamburg: Wie lassen sich Lieferverkehre bündeln und nachhaltige Zustellkonzepte fördern? Welche Rolle können Mobilitäts-Hubs als Standorte für zusätzliche Logistikdienstleistungen spielen? Und wie können vorhandene Flächen und Infrastrukturen so genutzt werden, dass sie sowohl den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen als auch den Anforderungen der Logistikwirtschaft gerecht werden?

Von Europa nach Hamburg: Erkenntnisse vor Ort nutzen

Für die Logistik Initiative Hamburg markiert MoLo Hubs einen besonderen Meilenstein: Erstmals übernahm sie die Rolle des Leadpartners in einem EU-Projekt. Neben dem internationalen Wissensaustausch bot das Projekt die Möglichkeit, innovative Ansätze für eine nachhaltigere urbane Logistik gemeinsam mit Hamburger Partnern voranzubringen und ihre praktische Umsetzung zu erproben.

Im Hamburger Pilotversuch setzte die Stadtreinigung Hamburg (SRH) wichtige Impulse und eröffnete im Rahmen des Projekts einen EcoHHub am Kaltenkircher Platz in Altona. Die rund um die Uhr geöffnete Service- und Tauschstation verbindet Kreislaufwirtschaft, Recycling und Abfallvermeidung an einem öffentlich zugänglichen Standort. Das zeigt beispielhaft, wie zentrale Anlaufstellen unterschiedliche Dienstleistungen bündeln und nachhaltige Angebote unmittelbar in den Alltag integrieren können. Besonders freuen wir uns, dass die SRH die Initiative unter der Marke „EcoHHub“ nach Abschluss des Projektes fortsetzen wird. Es ist geplant, bis 2027 bis zu vier weitere EcoHHubs in Hamburg zu etablieren. Mehr über den EcoHHub in Hamburg erfahren Sie hier >>

Einen weiteren Ansatz verfolgte der Projektpartner HiiCCE mit dem Pop-Up Circular Hub Hamburg. Dabei wurde untersucht, wie temporäre, zentral gelegene Räume Kreislaufgemeinschaften stärken und die Kreislaufwirtschaft für die Öffentlichkeit sichtbarer und erlebbarer machen können. Das Beispiel verdeutlicht, wie flexibel nutzbare Stadträume neue Dienstleistungen ermöglichen, Menschen zusammenbringen und nachhaltige Wirtschaftsweisen fördern können. Mehr über den Pop-Up Circular Hub Hamburg erfahren Sie hier >>

Was bedeutet das für den Logistikstandort Hamburg?

Die Erfahrungen aus den Hamburger Pilotversuchen und der Austausch mit den europäischen Partnerstädten schaffen eine wertvolle Grundlage, um die urbane Logistik in Hamburg weiterzuentwickeln. Insbesondere für die letzte Meile und die Verknüpfung von Logistik- und Mobilitätsangeboten ergeben sich daraus wichtige Anknüpfungspunkte.

Urbane Logistik-Hubs können dazu beitragen, Warenströme effizienter zu organisieren und nachhaltige Zustellkonzepte, etwa mit Lastenrädern, zu unterstützen. Mobilitätshubs bieten zugleich Potenzial, verschiedene Verkehrsmittel und ergänzende Dienstleistungen an geeigneten Standorten zusammenzuführen. Die im Projekt entwickelte MoLo Hubs-Methode bietet hierfür einen strukturierten Ansatz: lokale Herausforderungen identifizieren, relevante Akteure einbinden, geeignete Lösungen entwickeln und ihre Umsetzung erproben. Die Erfahrungen aus den europäischen Pilotstädten helfen dabei, unterschiedliche Möglichkeiten zu bewerten und Ansätze an die spezifischen Anforderungen Hamburgs anzupassen.

Die MoLo Hubs-Methode und die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Projekt haben wir in der Broschüre „Building better Hubs“ zusammengefasst. Erfahren Sie hier mehr >>

Für die Logistik-Initiative Hamburg geht es deshalb darum, das im Projekt aufgebaute Wissen, die entstandenen Netzwerke und die praktischen Erkenntnisse über die Projektlaufzeit hinaus nutzbar zu machen. So können neue Perspektiven für eine effizientere und nachhaltigere letzte Meile entstehen und Mobilitätshubs stärker als mögliche Bausteine einer zukunftsfähigen urbanen Logistik in den Blick genommen werden.

Mehr Informationen zum Projekt MoLo Hubs >> 

Dieser Beitrag ist Teil des Themenschwerpunkts „Letzte Meile Herbst 2.0“ der LIHH. Mehr Infos dazu finden Sie hier >>. 

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