03.06.2026

Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft mbH übergibt historisches Archiv an die Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv

Die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft mbH (GHB) hat ihr umfangreiches historisches Archiv an die Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv übergeben. Die feierliche Übergabe erfolgte durch den Geschäftsführer des GHB, Martin Pieper, an Kathrin Enzel, Geschäftsführerin der Stiftung.

Ein Spiegel der Hamburger Hafengeschichte 

Das Archiv des GHB erzählt von den großen wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Hamburger Hafen und dokumentiert mehr als ein Jahrhundert Hafengeschichte. Das älteste Dokument ist der Jahresbericht für das Gründungsjahr 1906. In diesem Jahr wurde die Vorgängerorganisation zum heutigen GHB, der Hafenbetriebsverein, gegründet, um die damals prekären Arbeitsbedingungen der Hafenarbeiter zu verbessern und dem wachsenden Bedarf nach Arbeitskräften der Hafenunternehmen zu entsprechen.

Während des Nationalsozialismus wurde der GHB 1935 als zentrale Organisationsform der Hafenarbeit geschaffen; freie Gewerkschaften waren zu diesem Zeitpunkt bereits zerschlagen, und der GHB setzte auch Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangene ein. Nach dem Krieg erhielt der GHB mit dem Gesamthafenbetriebs-Gesetz von 1950 eine neue rechtliche Grundlage, die 1951 zur Neugründung der Hamburger Gesellschaft führte. Ziel war es, stabile und sozial abgesicherte Arbeitsverhältnisse im Hafen zu schaffen und gleichzeitig die Personalbedarfe der Hafenbetriebe flexibel abzudecken.

Bis heute wird der GHB als gemeinnütziger Personaldienstleister von einem paritätischen Vorstand aus Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertretern geleitet. Im Laufe der Jahrzehnte hat er sich den tiefgreifenden Veränderungen des Hafens – von der Containerisierung über Krisenjahre bis hin zur digitalen Transformation – immer wieder angepasst und bildet heute Hafenarbeiter:innen für die Anforderungen des Hafens der Zukunft aus. 

„Das Archiv des GHB ist nicht nur eine Sammlung von Dokumenten – es ist ein Stück lebendige Hafengeschichte“, sagt Rolf Steil, Vorstandsvorsitzender des GHB. „Es zeigt, wie eng wirtschaftliche Entwicklung, soziale Verantwortung und die Menschen, die im Hafen arbeiten, miteinander verbunden sind. Dass diese Geschichte nun im Hanseatischen Wirtschaftsarchiv bewahrt wird, ist für uns ein wichtiger Schritt, um unser gemeinsames Erbe sichtbar zu machen.“ 

„Das Archiv des GHB ist nicht nur eine Sammlung von Dokumenten – es ist ein Stück lebendige Hafengeschichte“, sagt Rolf Steil, Vorstandsvorsitzender des GHB. „Es zeigt, wie eng wirtschaftliche Entwicklung, soziale Verantwortung und die Menschen, die im Hafen arbeiten, miteinander verbunden sind. Dass diese Geschichte nun im Hanseatischen Wirtschaftsarchiv bewahrt wird, ist für uns ein wichtiger Schritt, um unser gemeinsames Erbe sichtbar zu machen.“ 

Bewahren für die Zukunft 

Die Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv übernimmt das Archiv mit dem Ziel, diese bedeutenden Zeugnisse der Hafengeschichte für die Wissenschaft zugänglich zu machen und für künftige Generationen zu bewahren. Das GHB-Archiv zeigt die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeit im Hafen über die Zeit auf und dient als Quelle für die Geschichte der Hafenwirtschaft aber ebenso für die Geschichte der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter, die ihren Betrieben getragen haben.

Auch der Betriebsrat des GHB begrüßt die Übergabe: „Unsere Geschichte ist die Geschichte der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter dieser Stadt“, betont Maik Pulter, Betriebsratsvorsitzender. „Sie erzählt von harter Arbeit, Solidarität und Wandel – und davon, dass soziale Sicherheit und Mitbestimmung im Hafen nicht selbstverständlich waren, sondern erkämpft werden mussten. Dieses Archiv hält diese Erfahrungen lebendig.“

Über den GHB:

Die GHB (Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft), als Gemeinschaftseinrichtung der Tarifvertragsparteien ver.di und Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V., ist Personaldienstleister für die Hamburger Hafenwirtschaft. Aktuell beschäftigen der GHB rund 1.000 gewerbliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Qualifikationen im Hamburger Hafen. Darüber hinaus vermittelt er tagesweise Aushilfskräfte an die Betriebe der Hafenwirtschaft.

 

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