Flächenumsatz und Mieten
Insgesamt wurden am Hamburger Industrieflächenmarkt im ersten Halbjahr 2026 rund 200.000 Quadratmeter umgesetzt, ein Rückgang von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Große Abschlüsse über 10.000 Quadratmeter prägten den Markt, während sich kleinere Unternehmen zurückhielten. Wird eine Veränderung angestrebt, entscheiden sich Unternehmen überwiegend für Anmietung statt für einen Kauf. Der Anteil des eigengenutzten Neubaus sank von 27 auf 7 Prozent. Auch Projektentwickler bauen zurzeit erst dann, wenn die Flächen bereits vorab vermietet sind.
Die Mieten zeigen sich stabil: Die Spitzenmiete lag unverändert bei 8,50 Euro pro Quadratmeter, die Durchschnittsmiete bei 7,30 Euro und die Mindestmiete bei 4,50 Euro. Vermarktungen nehmen mehr Zeit in Anspruch als in den Vorjahren. „Unternehmen rechnen aufgrund des angespannten Marktumfelds länger, ob sie sich aktuell einen Umzug oder eine Expansion leisten können und wollen", erklärt Anton Hansen, Head of Commercial Invest & Letting bei Engel & Völkers Commercial Hamburg.
Bei ihrer Standortwahl achten Unternehmen vor allem auf Lage und Preis, bei der Ausstattung der Flächen werden häufiger Kompromisse gemacht. „Bezeichnend für den Markt ist auch eine Verkürzung der Vertragslaufzeiten: Fünf statt zehn Jahre sind bei neuen Abschlüssen inzwischen eine häufige Wahl", so Tom Jermann, Co-Head of Commercial Strategy & Acquisition bei Engel & Völkers Commercial Hamburg.
Handelsunternehmen mit wachsender Nachfrage
Blick auf die Branchen: Das produzierende Gewerbe hält sich mit neuen Flächenabschlüssen eher zurück (16 Prozent des Umsatzvolumens statt 32 Prozent im Vorjahreszeitraum). Die kapitalintensive Branche reagiert spürbar sensibler auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Deutlich zugelegt hat dagegen die Aktivität von Handelsunternehmen. Ihr Anteil am Flächenumsatz stieg auf 32 Prozent, nach 20 Prozent in der ersten Hälfte des Vorjahres.
Maßgeblich dazu beigetragen hat der größte Einzelabschluss des Halbjahres: 57.500 Quadratmeter durch Amazon in Hamburg-Ost. Drei weitere Großabschlüsse ergänzen das Bild: 30.500 Quadratmeter in Hamburg-Süd durch einen noch nicht bestätigten Nutzer aus der Logistikbranche, 20.500 Quadratmeter durch Airbus und 16.900 Quadratmeter durch die Blitz Distribution GmbH, beide ebenfalls in Hamburg-Süd. Entsprechend gewannen die Lagen Hamburg-Süd (36 Prozent, Vorjahr: 15 Prozent) und Hamburg-Ost (35 Prozent, Vorjahr: 29 Prozent) deutlich an Bedeutung.
Ausblick auf das Gesamtjahr 2026
Für das Gesamtjahr 2026 rechnen die Marktexperten von Engel & Völkers Hamburg Commercial mit stabilen Mieten und einem Flächenumsatz von rund 350.000 Quadratmetern – ein Plus verglichen mit den 310.000 Quadratmetern des Vorjahres. Die Anmietung dürfte gegenüber dem Kauf weiterhin als bevorzugte Option gelten.
„Hamburg und sein Hafen bleiben ein gefragter Standort für Industrie-, Logistik- und Handelsunternehmen. Wir gehen hinsichtlich des Umsatzvolumens und der Transaktionszahlen von einem insgesamt soliden Gesamtjahr 2026 aus", resümiert Anton Hansen.
