04.06.2026

Vernetzt. Vorausschauend. Sicherer: C ITS Roadshow präsentiert digitale Innovation auf der A1

Die Autobahn GmbH des Bundes demonstrierte in Zusammenarbeit mit der ADAC Stiftung eindrucksvoll, wie kooperative intelligente Verkehrssysteme (C-ITS) beitragen können, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu vermeiden. Auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Scharbeutz nahe Lübeck erhielten Fachpublikum, Einsatzkräfte und politische Vertreterinnen und Vertreter einen umfassenden Einblick in die Technologie, die Fahrzeuge und Infrastruktur in Echtzeit miteinander verbindet.

in Unfall, der verdeutlicht, worum es geht

Wie notwendig digitale Warnsysteme sind, zeigte ein Vorfall wenige Wochen zuvor: Am 21. April streifte ein 18 Tonnen Lkw ein Absicherungsfahrzeug der Autobahnmeisterei Elmshorn und kippte im Grünstreifen zur Seite. Die Mitarbeitenden sowie der Fahrer ka-men mit leichten Verletzungen davon. Ein glücklicher Ausgang, der jedoch die grundsätzli-che Gefährdungslage nicht mindert. Solche Situationen treten regelmäßig auf. Rund 10 Prozent aller Absperrtafeln werden jährlich durch Unfälle beschädigt oder zerstört. Häufig erkennen Verkehrsteilnehmende mobile Baustellen oder Einsatzkräfte erst sehr spät.

„Uns auf das Glück zu verlassen, reicht uns nicht“, sagte Carsten Butenschön, Direktor der Niederlassung Nord. „Wir brauchen Systeme, die Gefahren frühzeitig erfassen und kom-munizieren. C ITS schafft dafür die technischen Voraussetzungen.“

Informationen dort, wo sie gebraucht werden

C-ITS ermöglicht die unmittelbare Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Diensteanbietenden: die sogenannte „Car2X-Vernetzung“. Über standardisierte Nachrichten werden Verkehrsteilnehmende frühzeitig informiert, unter anderem über:

  • Tagesbaustellen
  • stehende Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten
  • Betriebsdienstfahrzeuge
  • Straßenwachtfahrzeuge

„C-ITS reduziert die Reaktionszeit und erhöht so die Sicherheit.”, erklärte Thomas Heinrich, Leiter Mobilität der Zukunft der ADAC Stiftung.

Der C-ITS Baustellenwarner ist bereits im Einsatz und liefert präzise Hinweise auf mobile Tagesbaustellen. Weitere Dienste werden schrittweise ergänzt. Im Imagefilm der Autobahn GmbH sind die Funktionsweisen, Einsatzmöglichkeiten und sicherheitsrelevanten Vorteile der C-ITS-Technologie anschaulich erläutert. Der Film zeigt, wie Warnmeldungen entstehen, wie sie im Fahrzeug angezeigt werden und welchen Beitrag sie zur Verkehrssicherheit leisten – ein kompaktes Abbild dessen, was die Teilnehmenden anschließend auf der A1 live erleben konnten.

Erfahrungen aus der Praxis und Einblicke in den Echtzeitbetrieb

In einer Podiumsdiskussion schilderten Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, des ADAC und der Autobahn GmbH, wie anspruchsvoll der Einsatzalltag auf den Autobahnen bleibt. 

Immer wieder treffen Einsatzkräfte auf Situationen, in denen Fahrzeuge zu spät reagieren – etwa an Stauenden, bei Pannen oder bei Absicherungsarbeiten. Die Berichte machten deutlich, wie wertvoll verlässliche, frühzeitige Informationen für alle Beteiligten sind und welche Rolle digitale Kommunikation künftig spielen kann.

Martin Bill, Staatsrat der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, erläuterte, wie Innovationen auch im städtischen Umfeld helfen können, den Verkehrsfluss zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. „Digitale Innovationen wie C-ITS sind ein entscheidender Schlüssel für mehr Sicherheit und Effizienz auf unseren Straßen. Wenn Fahrzeuge und Infrastruktur in Echtzeit miteinander kommunizieren, können wir Gefahren schneller erkennen, Unfälle vermeiden und den Verkehrsfluss nachhaltig verbessern. Die heute vorgestellten Lösungen zeigen eindrucksvoll, wie moderne Technologie dazu beiträgt, Mobilität für alle sicherer und nachhaltiger zu machen.“

In begleiteten Demonstrationsfahrten konnten die Anwesenden nachvollziehen, wie diese Informationen im Fahrzeug ankommen. Fünf typische Szenarien wurden auf der A1 simuliert – darunter Baustellenwarnungen, Hinweise auf Pannenfahrzeuge, Meldungen zu Einsatzfahrzeugen auf der Fahrbahn, Warnungen vor Betriebsdienstfahrzeugen sowie ein unvorhergesehenes Wetterereignis. 

Die Warnmeldungen wurden in Echtzeit übermittelt und im Fahrzeugdisplay angezeigt – präzise, klar strukturiert und unmittelbar nachvollziehbar. Die Demonstrationen zeigten damit nicht nur die technische Funktionsweise, sondern auch das Potenzial der Technologie im täglichen Betrieb: Informationen erreichen die Verkehrsteilnehmenden genau dort, wo sie gebraucht werden, und schaffen damit einen entscheidenden Sicherheitsvorsprung.

Hintergrund

Die Autobahn GmbH arbeitet gemeinsam mit Industrie, Behörden und Verbänden daran, C-ITS bundesweit einzuführen. Ziel ist ein flächendeckendes digitales Warnsystem, das die Verkehrssicherheit nachhaltig erhöht und die Zahl schwerer Unfälle deutlich reduziert.

Die C-ITS Roadshow in Scharbeutz knüpft an eine Reihe von Fachveranstaltungen an, mit denen die Autobahn GmbH den bundesweiten Austausch zu kooperativen intelligenten Verkehrssystemen vorantreibt.

Bereits 2024 fand in Frankfurt am Main das erste C-ITS-Forum statt, gefolgt vom zweiten Forum im Februar 2025, das rund 220 Fachleute aus Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Behörden zusammenbrachte. Beide Veranstaltungen zeigten, wie weit die Entwicklung und Erprobung von C-ITS-Diensten in Deutschland bereits fortgeschritten ist und welche Schritte für den flächendeckenden Rollout notwendig sind. Mit der Roadshow in Scharbeutz wird die Reihe praxisnah fortgesetzt: Während die Foren den fachlichen Austausch auf strategischer Ebene stärken, ermöglicht die Roadshow den Teilnehmenden, die Technologie im Realbetrieb zu erleben – ein wichtiger Baustein, um C-ITS als festen Bestandteil der digitalen Autobahn zu etablieren.

 

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