Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie verändert bereits heute, wie Unternehmen Talente gewinnen, Führung gestalten und Personalprozesse steuern. Gerade in der Logistikbranche, die unter hohem Effizienz- und Fachkräftedruck steht, eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten. Doch zwischen technologischem Potenzial und konkreter Anwendung im Unternehmensalltag steht oft eine entscheidende Frage: Wie gelingt der Schritt von ersten Ideen hin zu messbaren Ergebnissen?

Von der Idee zur Umsetzung – ein Praxisworkshop mit konkreten Ergebnissen

Genau um dieses Thema ging es in unserem Praxisworkshop für Personalverantwortliche und Führungskräfte aus der Logistik „innovate:me – Mit KI die Logistik-Arbeitswelt gestalten“, den wir gemeinsam mit Prof. Dr. Sven Hermann (Professor für Logistik & Supply Chain Management, NBS Northern Business School) im Digital Hub Logistics & Commerce durchgeführt haben. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Technologie an sich, sondern deren wirksame Anwendung im HR-Alltag. Die Teilnehmenden erwartete ein kompaktes, interaktives Format, das Impulse, Diskussion und konkrete Arbeitsphasen miteinander verknüpfte. Das Ziel des Workshops war es, nicht nur Wissen aufzubauen, sondern direkt in die Umsetzung zu kommen und eine individuelle KI-Roadmap für das eigene Unternehmen zu entwickeln. Neben den fachlichen Impulsen spielte der Austausch zwischen den Teilnehmenden eine zentrale Rolle. Unterschiedliche Perspektiven aus der Logistikpraxis ermöglichten es, voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die Grundlage für den Workshop bildeten die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Anfang des Jahres durchgeführten Umfrageblitzlichts „KI in der Arbeitswelt der Logistik“ und diese dienten dann auch als inhaltlichen Einstieg in den Tag. Die Ergebnisse sind auch hier nachzulesen.

KI-Pilotprojekte erfolgreich umsetzen

Der Einstieg in KI beginnt häufig mit Pilotprojekten, doch viele bleiben im Anschluss genau dort stehen. In diesem ersten Workshop-Teil ging es darum, wie Unternehmen die richtigen Use-Cases identifizieren, Projekte sinnvoll aufsetzen und erfolgreich in den Regelbetrieb überführen. Im Fokus stand dabei eine pragmatische Vorgehensweise zu entwickeln, typische Stolpersteine zu erkennen und um die Frage, wie Pilotprojekte messbar und skalierbar werden. Bei der Talk-Runde mit Dr. Daniel Beck (Head of Data Intelligence, HHLA Group (HPC) und  Heiko Müller (Head of Logistic Solutions, HEC) wurde u.a. sehr deutlich, dass für einen erfolgreichen Einsatz von KI-Agenten unternehmensinterne Prozesse vorab klar definiert sein müssen, um sinnvolle Use-Cases überhaupt identifizieren zu können. Klar wurde in diesem Zusammenhang auch, dass es sinnvoll ist, die Rolle des KI-Innovators als zusätzliche Funktion neu zu schaffen und nicht im IT-Bereich des Unternehmens anzusiedeln, da dieses Jobprofil gar nicht drauf ausgerichtet ist. 

KI & Leadership: Führung im Wandel

Mit dem Einsatz von KI verändern sich Entscheidungsprozesse, Rollenbilder und Anforderungen an Führungskräfte. Der Workshop beleuchtete, wie Führung neu gedacht werden kann, um Orientierung zu geben, Akzeptanz zu schaffen und Teams zu befähigen. Im Gespräch mit Victoria von Grofe (Human Resources Director, MSC GERMANY) wurde darüber diskutiert, wie Führungskräfte KI als integralen Bestandteil der Bereichs- und Unternehmensführung nutzen können. KI kann fair und ohne Emotion agieren und daher in vielen Führungsprozessen zur Anwendung kommen oder in der Vorbereitung darauf genutzt werden. Sobald es aber um zwischenmenschliche Themen geht, sollte aber auch weiterhin der persönliche Kontakt zur humanen Führungskraft bestehen. Beim Einsatz von KI-Agenten sollte auch ein entsprechender Onboarding-Prozess für den neuen digitalen Mitarbeitenden definiert werden, um das Fehlerrisiko zu minimieren. Und die Aufnahme ins Organigramm des Unternehmens wurde im Workshop ebenfalls als eine sinnvolle Maßnahme angesehen, um diese neu geschaffene Rolle auch sichtbar und deutlich zu machen.    

KI im Recruiting: Effizienter und fairer einstellen

Von automatisierten Prozessen bis hin zu datenbasierter Auswahl bietet KI vielfältige Möglichkeiten im Recruiting. Gleichzeitig stellen sich aber Fragen nach Transparenz, Fairness und Grenzen des Einsatzes. Bei der Talkrunde mit Jasmina Jansen (Geschäftsführerin von Logistic People und Delixa) und Julia Kurkowski (Gründerin von aimea.ai) wurden zwei konkrete KI-Lösungen fürs Recruiting von neuen Mitarbeitenden vorgestellt. Bei aimea.ai führt die digitale Recruiterin Mea durch den Bewerbungsprozess und ersetzt subjektive Eindrücke durch standardisierte KI-Interviews und fundierte psychologische Persönlichkeitsanalysen. Und bei Delixa unterstützt die KI-Agentin Sarah eigenständig als virtuelle Mitarbeiterin bei der Übernahme von Aufgaben im Bereich der Kundenkommunikation, bei Recherchetätigkeiten oder beim Einholen von Bewerberinformationen und spart dadurch zeitliche Ressourcen, damit sich die Human-Mitarbeitenden verstärkt auf ihre Kernaufgaben fokussieren können.  

Ein zentrales Ergebnis: Die eigene KI-Roadmap

Neben den Impulsen der Expertinnen und Experten und dem Austausch untereinander, lag ein besonderer Fokus des Workshops auf dem Transfer in die Praxis. In strukturierten Arbeitsphasen entwickelten die Teilnehmenden eine individuelle Roadmap, die konkrete nächste Schritte definiert:

  • klare Zielbilder für den KI-Einsatz
  • priorisierte Use Cases
  • erste Maßnahmen für die Umsetzung
  • relevante Erfolgsfaktoren und mögliche Hürden

Für die Arbeitsphasen erhielten alle Teilnehmenden spezielle Arbeitsblätter, auf denen sie ihre Ideen und Lessons Learned notieren konnten, um den Transfer ins eigene Unternehmen zu erleichtern.

Fazit: Der Weg zur wirksamen KI-Nutzung beginnt konkret

Der Workshop zeigte: Erfolgreicher KI-Einsatz im HR ist kein Selbstläufer, aber er ist machbar. Entscheidend ist, strukturiert vorzugehen, die richtigen Fragen zu stellen und frühzeitig ins Handeln zu kommen.

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