Am 09. Juni 2026 richtete unser Projekt KLIMAready eine Veranstaltung aus, die einen besonderen Rahmen bot: Mit einem eindrucksvollen Blick über die Stadt wurde das Thema „Mobilität der Zukunft im Unternehmen“ näher beleuchtet.

Den Auftakt machte Elisabeth Monich, Projektkoordinatorin KLIMAready, die das Projekt und dessen Ziele vortstellte und damit die Gäste auf den Abend einstimmte. Direkt im Anschluss übernahm Katja Diehl als Expertin das Wort und führte durch das Programm. Zusätzlich lieferten das Kompetenzzentrum, Fast2work, Pwc, sowie GLS Mobility spannende Einblicke. Gemeinsam wurde aufgezeigt, wie Unternehmen heute die Weichen für morgen stellen können. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Informationen zu Förderrichtlinien und Praxisbeispielen durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität. 

Warum Nachhaltigkeit ein ökonomischer Faktor ist

Längst ist Klimaschutz kein reines „Nice-to-have“ mehr, sondern ein strategisches Instrument der Unternehmensführung. Die Debatte um sogenannte Scope-3-Emissionen, also jene Emissionen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen, gewinnt an Relevanz. Große Auftraggeber fordern zunehmend Transparenz und Reduktion dieser Emissionen ein. Wer hier proaktiv handelt, sichert sich einen ökonomischen Wettbewerbsvorteil.

Betriebliches Mobilitätsmanagement als Schlüssel

Das betriebliche Mobilitätsmanagement fungiert als strategisches Instrument, um die durch ein Unternehmen induzierten Verkehre, sei es auf Arbeitswegen oder Dienstreisen, systematisch zu analysieren und zu optimieren. Die Ziele sind vielfältig: Kostensenkung, Reduktion von CO₂-Emissionen, Verbesserung der Standort-Erreichbarkeit sowie Steigerung der Arbeitgeberattraktivität.

Maßnahmen für den Arbeitsweg

Für Unternehmen, die wachsen, aber deren Parkraum begrenzt ist, bietet ein betrienliches Mobilitätsmanagement konkrete Lösungen. Auch für die Gewinnung von Fachkräften ist die Mobilität entscheidend , denn ein schlecht erreichbarer Standort wird zunehmend zum Standortnachteil wahrgenommen.

  • Jobticket und ÖPNV: Die Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist ein bewährter Klassiker.
  • Fahrradinfrastruktur: Investitionen in überdachte Abstellanlagen und Duschmöglichkeiten fördern nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Gesundheit der Mitarbeitenden. Studien zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung, das von der WHO empfohlene Mindestmaß an Bewegung nicht erreicht.
  • Dienstrad-Leasing: Insbesondere bei Fachkräften ist das Dienstrad als Benefit sehr gefragt. Laut GLS Mobility ist das Jobrad eine der wirksamsten Maßnahmen, die gleichzeitig leicht umsetzbar ist.
  • Mobilitätsbudget statt Firmenwagen: Anstatt an starren Firmenwagen-Modellen festzuhalten, bietet ein flexibles Mobilitätsbudget, das ÖPNV, Carsharing, Bahn und Rad kombiniert, echte Wahlfreiheit. Dies wird heute als deutlich zeitgemäßer wahrgenommen.

Optimierung der Dienstwege

Auch der Fuhrpark bietet Hebel zur Transformation:

  • Tourenoptimierung: Effiziente Planung reduziert unnötige Fahrten.
  • Fahrzeug-Sharing: Ein gemeinsamer Fahrzeugpool, idealerweise ergänzt durch Dienstfahrräder und Lastenpedelecs, ersetzt den individuellen Dienstwagen.
  • Elektrifizierung: Die Umstellung auf E-Mobilität ist ein zentraler Baustein, wobei Spitzenlasten durch öffentliches Carsharing abgedeckt werden können.

Der Weg zur Umsetzung: Von der Messung zum Handeln

Der erste Schritt für jedes Unternehmen ist die fundierte Datengrundlage: Den eigenen CO₂-Fußabdruck zu messen. Nur wer seinen Status quo kennt, kann diesen gezielt steuern.

Dass diese Maßnahmen greifen, belegt das Beispiel der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar: Durch konsequentes Parkraummanagement, den Ausbau von Fahrradinfrastruktur und eine aktive Sensibilisierung der Mitarbeitenden, sank der Anteil des motorisierten Individualverkehrs um 40 %. Gleichzeitig stieg die Nutzung des Rads täglich um 7 % und die des ÖPNV um 20 %.

Fazit: Klimaschutz ist Chefsache

Ob bei der Umgestaltung von Dienstwegen, der Einführung eines Jobtickets oder der strategischen Neuausrichtung hin zu Nachhaltigkeit: Entscheidend für den Erfolg ist, dass das Thema zur Chefsache wird. Nur wenn die Führungsebene überzeugt ist und Maßnahmen aktiv vorlebt, kann der Wandel im Unternehmen gelingen.

Zudem lohnt sich der Blick auf die Unternehmenskultur: Nachhaltige Mobilitätskonzepte sprechen insbesondere die sogenannten „LOHAS“ (Lifestyle of Health and Sustainability) unter den Mitarbeitenden an. Wer Werte wie Klimaschutz lebt, intern kommuniziert und in konkrete Mobilitätsangebote übersetzt, positioniert sich als innovativer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber.

Insgesamt bot die Veranstaltung wertvolle Anknüpfungspunkte, auch für unsere Mitglieder aus der Logistikbranche. Der  fachliche Austausch am Ende war dabei ein echtes Highlight und hat einmal mehr gezeigt, wie viel Dynamik entsteht, wenn man gemeinsam über zukunftsfähige Lösungen spricht.

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