NOAHH bietet in seinem neuen, klimafreundlichen Logistikzentrum nachhaltige Komplettlösungen, die das Unternehmen agil an die Bedürfnisse der Kunden anpasst. Das eigens entwickelte Vorratsschutzverfahren der Kaltentwesung für Lebensmittel tötet Schädlinge chemiefrei ab und schont die Ware.
Hinter der Stahltür, die die Kühlhallen des Hamburger Logistikdienstleisters NOAHH GmbH Logistik vorausgedachtabschirmt, durchdringt ein warmer, würziger Geruch die Luft: Je nach Bereich wechseln die Duftnoten von Anis, Kreuzkümmel, Früchten und Nüssen. „Wir gehen durch unterschiedliche Temperatur-Areale, den getrockneten Knoblauch und die Zwiebeln lassen wir aus, die Ausdünstungen verträgt nicht jeder“, erklärt Geschäftsführer Markus Mikeska. An einem heißen Julitag führt er Dr. Christopher Schwieger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, und Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH (LIHH), durch die kühlen Räume. Voneinander getrennt lagern hier vor allem Lebensmittel, darunter Gewürze und Früchte, außerdem Futtermittel sowie Rohstoffe für Kosmetik und demnächst auch Arzneistoffe.
NOAHH gehört zu den Unternehmen, die Hamburg zum 5-Sterne-Logistikstandort machen. Im Rahmen der gleichnamigen Aktion besuchen Staatsrat Schwieger und Schmidt den fortschrittlichen Betrieb. Im Akronym NOAHH stehen die ersten drei Buchstaben für Nachhaltig, Organisiert, Agil, die letzten beiden unterstreichen die langjährige Verbundenheit zur Hansestadt Hamburg in der gesamten Zeit seiner Gründung im Jahr 2014, in der sich das Unternehmen stetig weiterentwickelte. Anfang 2025 ging es mit 54 Beschäftigten in einen hochmodernen Neubau im Industrie- und Gewerbegebiet Billbrook. Das Backsteingebäude beherbergt Büros, großzügige Sozialräume und 26.000 Quadratmeter Lagerfläche. Hier realisiert NOAHH maßgeschneiderte Lösungen mit Mehrwert – von der Lagerung mit individuellen Temperaturbereichen über europaweite Transporte, die Kommissionierung, das Umpacken und die Zollabwicklung bis zur Projekt- und Produktionslogistik.
Gleich am Anfang der Führung hält Mikeska am Wareneingang, um auf den durch Rolltore separierten Bemusterungsraum hinzuweisen, der den strengen Hygienevorschriften für Lebensmittel entspricht. Dort nehmen die Mitarbeitenden aus ankommenden Lieferungen vorab Stichproben und kontrollieren die Ware anhand unterschiedlicher Anforderungen auf Schädlinge. Um einen Befall zuverlässig und ohne Chemie abzutöten, hat NOAHH ein spezielles Verfahren der Kaltentwesung entwickelt, mit dem das Unternehmen auch Bioware behandelt. Die betroffenen Gebinde bleiben für einige Tage in Tiefkühl- und Schockfrosterräumen, in denen bis zu minus 36 Grad herrschen – laufend überwacht von Sensoren und geregelt von der Leittechnik. „Wir nutzen trockene Kälte, sodass selbst die Kartonage nach dem Auftauen makellos bleibt“, erklärt Mikeska. Daneben bietet das Unternehmen nachhaltigen Vorratsschutz bei minus 18 Gradsowie Lagerräume mit unterschiedlichen Temperaturen, die sich je nach Bedarf anpassen lassen.
Als zugelassener Veterinärstandort kann NOAHH Container mit Lebensmitteln direkt aus dem Hafen holen und die Ware sofort kontrollieren und einlagern – das verkürzt die Abfertigungszeiten, spart Kosten und gewährleistet eine sichere Abwicklung, die überall oberstes Gebot ist. Das belegen unterschiedliche Spitzenzertifizierungen zur Produktsicherheit von Lebensmitteln, Futtermitteln sowie Arzneimitteln.
„Der Hamburger Hafen fungiert als wichtige Drehscheibe für unsere Logistik. Billbrook bietet darüber hinaus eine hervorragende Anbindung an die Autobahnen A1, A24 und A25 – und nicht zuletzt arbeiten wir sehr effektiv mit den Behörden und dem Veterinäramt zusammen“, schildert Mikeska die Vorteile des Standorts – und fügt dann hinzu: „Die LIHH bietet Möglichkeiten, sich mit Marktbegleitern auszutauschen. Wir alle begegnen ähnlichen Herausforderungen, die sich besser gemeinsam als im Alleingang bewältigen lassen.“
So hat NOAHH in diesem Jahr am Boostcamp des Digital Hub Logistics & Commerce teilgenommen, um die Kaltentwesungsprozesse mit KI künftig exakter planen und steuern zu können. Im Boostcamp erarbeiten Unternehmen gemeinsam mit Start-ups und Fachleuten in drei bis fünf Tagen innovative Lösungen für konkrete Herausforderungen. „Bereits am vierten Tag hatten wir den Rohling für das digitale Tool“, berichtet Mikeska. „Agilität und den Mut zur Einfachheit leben wir selbst auch im Tagesgeschäft, schon um die ständig wechselnden Anforderungen zu erfüllen.“






Nachhaltigkeit steht bei NOAHH ohnehin im Fokus.Das breite Leistungsspektrum spart Transportwege, darüber hinaus senken die effizienten und umweltschonenden Abläufe den CO2-Ausstoß. Das Firmengebäude entspricht dem Effizienzhaus-Standard 40 der KfW. Ein Wärmerückgewinnungssystem nutzt die Abwärme aus dem Tiefkühllager, um die Büros zu beheizen, zusätzliche Heizlasten deckt ein Holzpelletkessel ab. Auf dem Dach wird zudem bald eine Photovoltaikanlage installiert. Im nächsten Schritt plant das Unternehmen sechs Ladestationen für E-Lkw, die den Sonnenstrom nutzen sollen. Platz bietet das Gelände außerdem noch für Großprojekt: ein Lager mit ca. 4.500 Quadratmeter Fläche. Die Zukunft hat man hier auch sonst im Blick: So verfügt NOAHH bereits über die Genehmigung für einen Drohnenlandeplatz. „Damit sind wir vorbereitet, um die automatisierten Fluggeräte für flexible Transporte einzusetzen, sobald dies weitflächig möglich ist“, berichtet Mikeska.
Der eindrucksvolle Rundgang durch die Firmenzentrale endet für Staatsrat Schwieger und LIHH-Geschäftsführerin Schmidt in der einladenden Kantine, in der selbst gekocht wird und die auch den Betrieben der Nachbarschaft und den Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern der Kunden offensteht. Letztere können außerdem Sozialräume und Duschen bei NOAHH nutzen, wie Mikeska erzählt. Viele der Ideen für den neuen Standort kamen übrigens aus der Belegschaft, die vorab ihre Wünsche einreichen sollte: „Schließlich denken wir hier bei NOAHH gemeinsam Logistik voraus.“