Beim heutigen LMC stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich der europäische Fernverkehr effizienter, wirtschaftlicher und nachhaltiger gestalten lässt. Diskutiert wurde ein netzwerkbasierter Ansatz mit Trailerübergaben an definierten Knotenpunkten, der höhere Fahrzeugauslastungen, weniger Leerfahrten und attraktivere Arbeitsbedingungen für Fahrer ermöglicht.

Der europäische Fernverkehr steht unter Druck: steigende Kosten, Fahrermangel, geringe Margen und die Transformation hin zu emissionsfreien Antrieben stellen Speditionen vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig liegt die durchschnittliche Auslastung vieler Fernverkehrs-Lkw noch immer bei unter 30 Prozent.

Dr. Maik Schürmeyer und Julian Blasig von MANSIO diskutierten gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie sich Transportnetzwerke effizienter organisieren lassen – und warum klassische Organisation von Ladungsverkehren zunehmend an ihre Grenzen stößt.

Im Mittelpunkt stand ein Ansatz, der den Fernverkehr grundlegend neu denkt: Statt dass Fahrer und Zugmaschinen komplette Touren fahren müssen, werden Trailer innerhalb eines Netzwerks an definierten Übergabepunkten übergeben. Die Folge: Zugmaschinen können deutlich produktiver eingesetzt werden, Leerfahrten sinken und Fahrer kehren häufiger täglich nach Hause zurück.

Warum klassische Fernverkehrsmodelle an Grenzen stoßen

Viele Speditionen kämpfen heute mit ähnlichen Problemen: hohe Fixkosten, volatile Frachtraten und ein zunehmender Mangel an qualifizierten Fahrern. Hinzu kommt, dass Unternehmen oft gezwungen sind, wirtschaftlich wenig attraktive Rückladungen anzunehmen, um Leerfahrten zu vermeiden. Dadurch entstehen Umsätze – aber kaum rentable Margen.

Besonders deutlich wird dies im internationalen Fernverkehr. Lange Laufzeiten, hohe Standzeiten und ineffiziente Fahrzeugauslastungen führen dazu, dass ein großer Teil der vorhandenen Kapazität ungenutzt bleibt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Elektrifizierung.

Die Referenten diskutierten im Logistics Morning Coffee mit den Teilnehmern, dass diese Herausforderungen nicht isoliert betrachtet werden können. Vielmehr entstehen neue Potenziale dann, wenn Transporte netzwerkübergreifend organisiert werden.

Netzwerkbasierte Tourenoptimierung als Lösungsansatz

Im Vortrag erläuterten die MANSIO-Experten, wie netzwerkweite Tourenoptimierung mit Trailerübergaben funktioniert. Kernidee ist ein kooperatives System, in dem mehrere Speditionen ihre Transporte innerhalb eines gemeinsamen Netzwerks organisieren. Trailer werden an Übergabepunkten ausgetauscht, während Fahrer und Zugmaschinen in regionalen Relationen bleiben.

Dadurch ergeben sich mehrere Vorteile gleichzeitig:

  • höhere Fahrzeugauslastung,
  • weniger Leerfahrten,
  • geringere Fixkosten,
  • attraktivere Arbeitsbedingungen für Fahrer,
  • bessere Voraussetzungen für den Einsatz batterieelektrischer Lkw.

Insbesondere die Möglichkeit, Fahrer nach Schichtende wieder nach Hause zu bringen, wurde von vielen Teilnehmern als entscheidender Faktor im Wettbewerb um Personal bewertet.

Darüber hinaus wurde diskutiert, wie sich solche Systeme in bestehende Transport-Management-Systeme integrieren lassen und welche Rolle der zentrale Trailerpool im MANSIO-System spielt.

Elektromobilität braucht neue Netzwerke

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie der Fernverkehr künftig elektrifiziert werden kann. Gerade batterieelektrische Lkw stoßen auf Langstrecken aufgrund begrenzter Reichweiten und Ladezeiten noch auf operative Herausforderungen.

Netzwerkbasierte Modelle können hier einen wichtigen Beitrag leisten: Kürzere Relationen und planbare Umläufe erleichtern den wirtschaftlichen Einsatz von E-Lkw erheblich. Gleichzeitig sinken Energieverbrauch und Emissionen durch höhere Auslastungen und weniger Leerfahrten.

Die Diskussion zeigte deutlich, dass Digitalisierung, Kooperation und Nachhaltigkeit künftig enger zusammengedacht werden müssen.

Fazit

Die großen Herausforderungen im Fernverkehr lassen sich nicht allein durch effizientere Einzelunternehmen lösen. Entscheidend wird vielmehr sein, wie gut Unternehmen künftig in kooperativen Netzwerken zusammenarbeiten.

Netzwerkbasierte Tourenoptimierung kann dabei helfen, Kosten zu senken, Fahrer zu entlasten und gleichzeitig die Transformation zu nachhaltigen Transportstrukturen zu beschleunigen.

Weitere Informationen zu MANSIO und den vorgestellten Lösungen finden Sie unter www.mansio-logistics.com

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