Am 2. und 3. September feierte die LogiNext Germany ihre Premiere im CCH Hamburg. Damit bekam Hamburg erstmals eine eigene Plattform, die sich gezielt mit den digitalen Entwicklungen und Zukunftsfragen der Logistik auseinandersetzt und das an einem Standort, der wie kaum ein anderer für Logistik, Hafenwirtschaft und globale Warenströme steht.
Mehr als 1.100 Teilnehmende aus Logistik, Hafenwirtschaft, Technologie und Wissenschaft nutzten die zwei Tage, um sich über Themen wie Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Resilienz und nachhaltige Lieferketten auszutauschen. Durch die parallel stattfindende ALL ABOUT PORTS entstand zudem eine besondere Verbindung zwischen digitaler Logistik und der Praxis des Hafens und der maritimen Wirtschaft.
GATEWAY HAMBURG durfte bei diesem Heimspiel natürlich nicht fehlen. Gemeinsam mit Hafen-Hamburg Marketing und unseren Mitgliedern und Firstmovern Logistik Centrum Hamburg Hinderer GmbH, Lufthansa Industry Solutions, EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG, XTRAS forward thinking GmbH & Co. KG, levelbuild AG, synetra und HPC Hamburg Port Consulting GmbH präsentierten wir am Gemeinschaftsstand die Vielfalt und Innovationskraft des Hamburger Logistikstandorts. Im Mittelpunkt standen der persönliche Austausch, neue Impulse und die Frage, wie die unterschiedlichen Akteure des Standorts gemeinsam an der Logistik von morgen arbeiten können.
Auch Melanie Leonhard, Senatorin und Präses der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, besuchte den GATEWAY HAMBURG-Gemeinschaftsstand. Dabei nahm sie sich Zeit für Gespräche mit den Ausstellenden und informierte sich über deren unterschiedliche Themen, Projekte und Lösungen für die Zukunft der Logistik.
Neben dem Austausch am GATEWAY HAMBURG-Gemeinschaftsstand waren wir auch inhaltlich auf der LogiNext Germany vertreten: Mit zwei Panels brachten wir zentrale Zukunftsfragen der Logistik auf die Bühne. Im Fokus standen die Resilienz kritischer Lieferketten und die Logistikimmobilie der Zukunft.
Kritische Lieferketten resilient gestalten
Bei dem von unserer Kollegin Dr. Ulfia Clemen geleiteten Panel ging es um die Frage, wie kritische Lieferketten so sichtbar und widerstandsfähig gemacht werden können, dass Akteure im Krisenfall schneller und besser entscheiden. Kritische Infrastrukturen werden oft erst wahrgenommen, wenn Störungen an Häfen, in Energienetzen oder auf Transportwegen eintreten. Reaktive Krisenbewältigung greift hier jedoch zu kurz – echte Versorgungssicherheit erfordert das vorausschauende Zusammenspiel von Wissenschaft, Lebensmittelhandel, Lagerlogistik und öffentlicher Hand.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Herausforderung, wie aus isolierten Unternehmensdaten gemeinsame Lagebilder entstehen können, ohne sensible Geschäftsgeheimnisse offenzulegen. Praxisbeispiele unserer Mitglieder KLU, TUHH, EDEKA IT, NOAHH verdeutlichten, wie digitale Entscheidungsgrundlagen helfen, Kaskadeneffekte frühzeitig zu verstehen und kritische Knotenpunkte zu schützen.
Das zentrale Fazit des Panels: Versorgungssicherheit beginnt nicht erst in der Krise. Um vernetzte Logistik-Ökosysteme dauerhaft handlungsfähig aufzustellen, müssen Forschung, Wirtschaft und Verwaltung Silos aufbrechen, klare Schnittstellen etablieren und wissenschaftliche Erkenntnisse zügig in praxistaugliche Werkzeuge übersetzen. Eine Erkenntnis, welche wir direkt mit in unser Projekt CritSupPort nehmen.

Mehr als eine Halle: Was muss die Logistikimmobilie der Zukunft leisten?
Welche Anforderungen kommen auf Logistikimmobilien zu – und was davon ist schon heute Realität? Darüber diskutierte unsere Geschäftsführerin Carmen Schmidt auf der LogiNext mit Nicola Rackebrandt von STERAC Transport & Logistik, Tilo Nahrath aus der BVL-Fokusgruppe „Power of Logistics“ und Tobias Kassner von GARBE Industrial.
STERAC zeigte ganz konkret, wie Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur bereits heute im laufenden Logistikbetrieb zusammenspielen. Tilo Nahrath richtete mit „E-Mobility Ready“ den Blick auf die Anforderungen, die durch die Elektrifizierung des Verkehrs neu hinzukommen. Tobias Kassner spannte den Bogen weiter: von Automatisierung und flexibler Kubatur bis zur Frage, wie Standort, Energieversorgung und Lieferketten künftig zusammenwirken.
Deutlich wurde: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch integrierte Planung. Die Logistikimmobilie von morgen ist deshalb mehr als eine nachhaltigere Halle – sie wird zum Energie-, Daten- und Infrastrukturknoten.
Unser Fazit zur LogiNext Germany 2026
Die erste LogiNext Germany in Hamburg hat einen wichtigen ersten Schritt gemacht. Als neue Veranstaltung hat sie gezeigt, dass Bedarf an einer Plattform besteht, die digitale Innovationen, Logistik und die unterschiedlichen Akteure des Standorts zusammenbringt. Gleichzeitig hat die Premiere auch gezeigt: Eine solche Veranstaltung braucht Zeit, um sich zu etablieren, ihr Profil zu schärfen und ihre Reichweite weiter auszubauen.
Für Hamburg liegt darin großes Potenzial. Kaum ein anderer Logistikstandort vereint Hafen, Logistik, Technologie und maritime Wirtschaft auf so engem Raum. Genau diese Vielfalt kann eine Veranstaltung wie die LogiNext Germany künftig noch stärker sichtbar machen und als Plattform für Austausch und Vernetzung weiterentwickeln.
Für GATEWAY HAMBURG war die LogiNext deshalb mehr als eine Veranstaltung: ein echtes Heimspiel und eine Gelegenheit, die Stärke unseres Netzwerks sichtbar zu machen, neue Impulse mitzunehmen und gemeinsam über die Zukunft des Logistikstandorts Hamburg zu sprechen.



