Bei der 39. Sitzung des Fachkreises Schiene, standen insbesondere die Einführung von TSI Telematics zur Etablierung eines einheitlichen europäischen Datenaustauschs sowie Ansätze zur Optimierung der Slotplanung und Kapazitätsauslastung in der Hafeneisenbahn im Mittelpunkt.

Die 39. Sitzung des Fachkreises Schiene fand dieses Mal in den Räumlichkeiten der TFG Transfracht statt. Nach der Begrüßung durch den neue Fachkreisleiter Philipp Best (TFG Transfracht), wurde Tim Krasowka, neuer Geschäftsführer bei boxXpress.de, als stellvertretender Fachkreisleiter vorgestellt.

Im Anschluss präsentierte die Arbeitsgruppe „Optimierung Hafenprozesse“ ihre Ergebnisse. Dabei wurde insbesondere über die Anpassung der übergreifenden Regelungen für die Bahnabfertigung zum 1. Januar 2026 informiert. Für das Jahr 2026 liegt der Fokus auf der Schaffung von Transparenz für alle Prozessbeteiligten, unter anderem durch eine systematische Dokumentation von Zeitstempeln.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt widmete sich dem Thema TSI Telematics (vormals TAF TSI) im Bereich der Hafeneisenbahnen. Die Inhalte wurden von Wolf-Jobst Siedler (HPA) und Frank Hillmann (Bremische Hafeneisenbahn) vorgestellt. Ziel ist die Umstellung des Datenaustauschs im Schienengüterverkehr auf einheitliche europäische Datenformate. Dadurch soll die Digitalisierung vorangetrieben sowie die Anbindung neuer Geschäftspartner erleichtert werden. Die rechtliche Grundlage bildet die Durchführungsverordnung (EU) 2026/253 der Europäischen Kommission. Als Umsetzungsziel wurde der 9. Dezember 2029 genannt.

Birgit Schwarz (HHLA) berichtete anschließend über die aktuelle Abfertigungssituation an den HHLA Terminals sowie über die Auswertung von Hub- und Slotnutzung. Dabei zeigte sich, dass aufgrund der schwankenden Volumina im Durchschnitt rund 60 % der in der Jahres-Slotanmeldung angemeldeten Umschläge tatsächlich genutzt werden. Vor diesem Hintergrund wurde an die Beteiligten appelliert, realistische Planungszahlen anzumelden, um eine bessere Auslastung zu erreichen und gleichzeitig mehr Flexibilität für kurzfristige Anfragen zu schaffen.

Auch im abschließenden Vortrag von Gunar Klotz (EUROKOMBI) stand die Slotplanung im Fokus. Vorgestellt wurde die Auswertung des bestehenden unterjährigen Verfahrens zur mengengestützten Slotplanung, bei der sich die zugesagte Umschlagsmenge an Vergangenheitswerten orientiert. Bei der Mengenberechnung wird nicht zwischen Entladung und Verladung unterschieden. Eisenbahnverkehrsunternehmen mit mehreren täglichen Slots können ihre zugesagten Mengen zudem flexibel auf diese verteilen. Nach Ablauf eines Monats erfolgt erneut eine Rückschau auf die vergangenen zehn Wochen, auf deren Basis die Umschlagsmengen für den Folgemonat neu festgelegt werden.

Durch die Einführung dieses Systems konnten bei EUROKOMBI sowohl Abfertigungsverspätungen reduziert als auch Umschlagsmengen gesteigert werden. Gleichzeitig wurde, ähnlich wie bei der HHLA, das Problem deutlich, dass im Rahmen der Jahresplanung häufig höhere Umschlagsmengen angemeldet werden, als tatsächlich benötigt werden. Da die bestehenden Regelungen zur monatlichen Mengenbegrenzung bislang nicht auf die Jahresplanung angewendet werden, besteht der Wunsch, die mengengestützte Slotplanung künftig auch auf diese zu übertragen. Solange keine mengenbedingte Überlastung des Terminals vorliegt, sollen die bisherigen Vergaberegeln weiterhin gelten. Im Falle einer Überlastung ist jedoch eine Vergabe nach neuen Priorisierungskriterien vorgesehen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesnetzagentur soll diese Regelung ab dem Fahrplanjahr 2027 in Kraft treten.

Weitere Informationen zum FK Schiene finden Sie hier.

 

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