Diese Rubrik gibt Einblicke in die Welt unserer Köpfe der Logistik. Hier verraten sie uns, was sie persönlich motiviert, was sie und ihr Unternehmen in und für Hamburg bewegen und welche Ideen sie für die Logistik von morgen haben.
JULIANE WIEBICKE
Geschäftsführerin
TCO Transcargo GmbH

Was macht den Logistikstandort Hamburg aus? Warum ist er gut für Sie / Ihr Unternehmen?
Hamburg ist und bleibt das Tor zur Welt. Die hervorragende Lage zu den Wirtschaftsregionen Europas, sowie deren Anbindung an den Hafen ermöglicht es uns, für unsere Kunden jederzeit die optimale logistische Lösung zu realisieren.
Wo sehen Sie Entwicklungsmöglichkeiten/ - bedarf für Hamburg als Standort?
Hamburg ist ein Universalhafen und verfügt über ein enormes Potential, welches täglich gehoben werden muss. Der Hamburger Hafen ist ein zentraler Wirtschaftsmotor, von dem zahlreiche Arbeitsplätze und Unternehmen in der Region abhängen. Gleichzeitig stehen wir vor der Aufgabe, den Standort weiter wettbewerbsfähig zu halten. Prozesse müssen effizienter werden, Genehmigungs- und Entscheidungswege schneller funktionieren und die Kostenstrukturen attraktiv bleiben. Nur so können wir unseren Kunden langfristig überzeugende Lösungen bieten und unsere Position im internationalen Wettbewerb stärken. Hamburg gehörte im europäischen Hafenvergleich lange zu den führenden Standorten. Mein Wunsch ist es, wieder an diese Spitzenposition anzuknüpfen und mindestens einen Platz unter den drei führenden europäischen Häfen zu erreichen.
Was ist das Besondere an Ihren derzeitigen Aufgaben?/Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie an Ihre Mitarbeiter/innen und Kollegen/innen denken?
Am meisten beeindruckt mich der Einsatz und die Verlässlichkeit unseres Teams. Jeder Einzelne gibt jeden Tag sein Bestes – ganz gleich, ob im Büro oder am Lager. Durch den engen Austausch mit unseren Kunden bekommen wir regelmäßig direktes Feedback. Besonders häufig hören wir, wie sehr unser Service, unsere Zuverlässigkeit und unsere unkomplizierte Art geschätzt werden. Dieses positive Feedback freut mich jedes Mal aufs Neue, weil es zeigt, dass unser Einsatz wahrgenommen wird. Hinter unserem Erfolg stehen keine Einzelkämpfer, sondern Menschen, die anpacken, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau das macht unser Team für mich so besonders.
Gibt es eine Firmentradition, die Sie pflegen?
Seit dem Jahre 2009 veranstalten wir alle zwei Jahre für unsere Kunden ein großes Oktoberfest. Dafür räumen wir eine komplette Lagerhalle leer und verwandeln sie mit viel Liebe zum Detail in ein Festzelt im Oktoberfest-Stil. Gemeinsam mit einer Liveband feiern wir bis spät in die Nacht. Besonders freut mich, dass unsere Kunden dafür von nah und fern anreisen. Über die Jahre hat sich unser Oktoberfest zu einer echten Tradition entwickelt und ist inzwischen weit über die Region hinaus bekannt. Es ist eine tolle Gelegenheit, sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen und die langjährigen Beziehungen zu unseren Kunden zu pflegen. Es ist vermutlich das einzig große Oktoberfest im Hafen und für den Hafen.
Was ist die größte Herausforderung in den kommenden Monaten? Und wie werden Sie diese meistern?
Das Thema Infrastruktur stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Baustelleneinrichtungen und die Ablastung der Köhlbrandbrücke sind derzeit die zentralen Themen für unsere Branche. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden und den Schwergutunternehmen arbeiten wir intensiv daran, langfristige und praktikable Lösungen zu entwickeln. Unser Ziel ist es, unseren Kunden auch künftig attraktive und verlässliche Transportmöglichkeiten für Schwergüter anbieten zu können. Dieses Thema zeigt, wie entscheidend ein enger Austausch und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten sind. Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir diese Herausforderung erfolgreich bewältigen und den Standort Hamburg nachhaltig stärken.
Was macht aus Ihrer Sicht ein gutes Netzwerk aus?
Ein gutes Netzwerk in der Logistikbranche lebt von Vertrauen, Offenheit und Verlässlichkeit. Logistik funktioniert nur, wenn viele Akteure – von Speditionen über Hafenbetriebe bis hin zu Behörden und Kunden – eng zusammenarbeiten. Ein starkes Netzwerk ermöglicht den schnellen Austausch von Informationen, die gemeinsame Entwicklung von Lösungen und ein unkompliziertes Reagieren auf neue Herausforderungen. Gerade in einer dynamischen Branche wie der Logistik zeigt sich, wie wertvoll belastbare Partnerschaften sind. Wer sich gegenseitig unterstützt, Wissen teilt und gemeinsame Ziele verfolgt, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg – sowohl für die einzelnen Unternehmen als auch für den gesamten Logistikstandort.
Wie lautet Ihr Lieblingszitat / Lebensmotto?
„Gerade in der jetzigen Zeit ist es wichtiger denn je, dass wir alle die Ärmel hochkrempeln“. Es wird oft vieles zerredet, anstatt einfach anzupacken und etwas zu machen. Für mich zählt, Verantwortung zu übernehmen, Lösungen zu suchen und Dinge gemeinsam voranzubringen.
Mit welcher Hamburger Persönlichkeit aus der Vergangenheit hätten Sie sich gern einmal auf einen Schnack getroffen?
Mit Helmut Schmidt. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir früher einmal den gleichen Nachnamen getragen haben. Ich war noch ein kleines Kind, als er Bundeskanzler war. Trotzdem habe ich ihn immer als jemanden wahrgenommen, der gerade in Krisenzeiten Verantwortung übernommen und konsequent gehandelt hat. Besonders beeindruckt mich sein pragmatischer Führungsstil: Probleme entschlossen anzugehen, konkrete Lösungen zu entwickeln und sich nicht in endlosen Debatten zu verlieren. Diese Haltung findet man heute leider nicht mehr allzu häufig – und genau deshalb schätze ich sie so sehr. Ich glaube, ein Schnack mit ihm wäre nicht nur spannend, sondern auch ausgesprochen lehrreich gewesen.
Vielen Dank, Frau Wiebicke!
Hier gibt es noch mehr Infos zum LIHH-Mitglied TCO Transcargo GmbH.