Die Ergebnisse zeigen, dass die Sicherheit der Energieversorgung zu einem entscheidenden Hemmnis für deutsche Lieferketten geworden ist. Unternehmen haben mit Netzschwankungen, Kraftstoffengpässen und steigendem Energiebedarf zu kämpfen, während sie gleichzeitig ihre Investitionen in Automatisierung und digitale Systeme beschleunigen. Jeder dritte Befragte in Deutschland zählt die Sicherheit der Energieversorgung zu den drei wichtigsten Herausforderungen für 2026.
„Energie ist zu einem der entscheidenden Faktoren in der Lieferkettenplanung in Deutschland und Nordeuropa geworden“, sagt Björn Thiemann, Senior Vice President und Regional Head Northern Europe bei Prologis. „Kunden setzen zunehmend auf Automatisierung und elektrifizierten Transport, aber diese Systeme sind auf eine stabile Energieversorgung angewiesen. Anlagen, die frühzeitig Kapazitäten sichern und Ausfallsicherheit bieten, werden immer wichtiger.“
Lieferketten in Deutschland sind von Energieausfällen bedroht
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderung, vor der Betreiber von Logistikimmobilien in Deutschland stehen:
- Hierzulande hatten 44 % der Führungskräfte im vergangenen Jahr mit Spannungsschwankungen zu kämpfen, die sich auf die Betriebsausstattung auswirkten.
- 38 % berichteten von rollierenden Stromausfällen oder Spannungsabfällen, und ein ähnlicher Anteil war von Erdgasengpässen betroffen.
- 44 % arbeiten nur auf den Power Chain Readiness Levels 1 oder 2, was bedeutet, dass viele Unternehmen bei längeren Ausfällen weiterhin anfällig sind
Führungskräfte sehen die Energieversorgungssicherheit neben den Arbeits- und Transportkosten zunehmend als wichtigeres Kriterium für Standortentscheidungen als, was einen Wandel hin zu Resilienz und regionaler Selbstversorgung widerspiegelt.
Automatisierung wird zur strategischen Priorität
Deutschland hebt sich durch seine schnelle Einführung automatisierter Prozesse hervor. Die Umfrage hat ergeben:
- 42 % der deutschen Führungskräfte zählen Automatisierung und Robotik zu ihren wichtigsten Investitionsprioritäten für 2026. Nur China (47 %) legt einen noch größeren Fokus auf dieses Themenfeld.
- KI und Automatisierung werden eingesetzt, um Schwankungen auszugleichen, die Qualitätskontrolle zu verbessern und das Betriebsrisiko zu begrenzen. KI ist in Deutschland, wie in allen anderen untersuchten Ländern auch, das klar dominierende Thema bei den Investitionsprioritäten, führt mit 67 Prozent aber weniger deutlich als in den anderen Märkten.
Dies steht im Einklang mit der allgemeinen Marktentwicklung, wobei die Nachfrage nach modernen, energieeffizienten Anlagen in den am stärksten von Flächenknappheit betroffenen Korridoren Deutschlands weiter steigt. Kein anderes Land priorisiert Energieeffizienz bei den Investitionen für 2026 so stark wie Deutschland.
Beschleunigte Regionalisierung
Deutsche Führungskräfte gehen außerdem davon aus, dass Lieferketten bis 2030 regionaler werden. Knapp über die Hälfte (53 Prozent) gibt an, dass ihre eigene Lieferkettenstrategie auf eine stärkere Lokalisierung abzielt, um die Anfälligkeit für globale Krisensituationen zu verringern und Kapazitäten näher an den großen Verbrauchszentren zu sichern.
Die Energieversorgungssicherheit ist einer der stärksten Treiber dieser Veränderung geworden. 32 % der deutschen Führungskräfte stufen sie neben Arbeitskosten und Zöllen zu den drei wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung über den Standort ein
„Die Knappheit verändert den Markt“, fügt Björn Thiemann hinzu. „Die Standorte, die bei Kunden am beliebtesten sind, sind solche, an denen Strom verfügbar ist, die Infrastruktur gut ausgebaut ist und neue Flächen begrenzt sind. Moderne, energieeffiziente Immobilien werden weiterhin eine überdurchschnittliche Nachfrage verzeichnen.“
Über den Report
Der „Supply Chain Outlook 2026” stützt sich auf Antworten von Führungskräften aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Indien, China und Mexiko. Er untersucht wichtige Trends, die die globalen Lieferketten in den kommenden Jahren prägen werden, darunter Energieversorgungssicherheit, KI und Automatisierung sowie die zunehmende Verlagerung hin zu regionalisierten Netzwerken.
Der vollständige Report isthier verfügbar.
