Wie sieht die maritime Arbeitswelt aus? Welche Berufe gibt es im Hafen, in der Schifffahrt, Logistik oder Werftindustrie? Und welche Wege führen in diese Branchen? Antworten auf diese Fragen konnten Schülerinnen und Schüler beim Maritime Talent Day 2026 am 1. Oktober in Hamburg direkt aus der Praxis bekommen.

Unter dem Motto „Kurs auf die Zukunft“ waren Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 13 dazu eingeladen, die maritime Wirtschaft aus nächster Nähe kennenzulernen. Und rund 60 junge Menschen folgten dieser Einladung. Im Mittelpunkt standen persönliche Begegnungen, praktische Einblicke und der direkte Austausch mit Menschen, die bereits in der Branche arbeiten.

Maritime Berufe hautnah erleben

Los ging es am 10 Uhr im Digital Hub Logistics & Commerce mit kurzen Gesprächsrunden auf der Bühne sowie Besuch der Ausstellungsstände. Folgende Unternehmen waren vor Ort und haben sich und ihre beruflichen Möglichkeiten präsentiert:

  • Hapag-Lloyd AG
  • Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH
  • Reederei F. Laeisz GmbH
  • EICHHOLTZ GmbH
  • TFG Transfracht GmbH
  • Hamburg Port Authority AöR
  • Akademie der Polizei Hamburg
  • Unifeeder Germany - Branch of Unifeeder A/S
  • Bernhard Schulte Shipmanagement (Deutschland) GmbH & Co. KG
  • Rheinmetall AG (früher: Blohm+Voss B.V. & Co. KG)

Damit wurde schnell deutlich: Maritime Wirtschaft bedeutet weit mehr als Schiffe und Hafenanlagen. Dahinter stehen vielfältige Berufsbilder und Ausbildungswege – von technischen und nautischen Tätigkeiten über Logistik und kaufmännische Berufe bis hin zu spezialisierten Aufgaben im Hafenbetrieb und in der Schifffahrt.

Ein besonderes Highlight war die anschließende Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen. Während der Fahrt konnten die Teilnehmenden den Hafen aus einer besonderen Perspektive erleben und zugleich mehr über seine Bedeutung und die dort arbeitenden Menschen erfahren.

Vom Klassenzimmer an Bord

Einen besonders unmittelbaren Einblick in die Praxis bot die Besichtigung eines Schleppers der Fairplay Towage Group und die Besichtigung eines Streifenbootes der Wasserschutzpolizei. Dort konnten die Jugendlichen erleben, welche Aufgaben hinter dem sicheren und reibungslosen Ablauf im Hamburger Hafen stehen und welche Technik dafür benötigt wird. Für viele Teilnehmende dürfte dabei vor allem eines deutlich geworden sein: Wer in der maritimen Wirtschaft arbeitet, ist nah an Logistik und internationalen Warenströmen und übernimmt dabei ganz unterschiedliche Verantwortlichkeiten.

Fragen stellen, Erfahrungen teilen, Perspektiven entdecken

Ein zentraler Bestandteil des Maritime Talent Day war der persönliche Austausch mit Auszubildenden und Fachkräften. Statt Informationen nur aus Broschüren oder dem Internet zu erhalten, konnten die Jugendlichen direkt nachfragen: Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen? Wie läuft eine Ausbildung ab? Und welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es danach? Gerade dieser direkte Kontakt ist ein wichtiger Bestandteil der Berufsorientierung. Denn persönliche Gespräche können zeigen, wie unterschiedlich berufliche Wege aussehen können und welche Möglichkeiten sich hinter einer Branche verbergen, die viele Jugendliche zunächst nur ganz allgemein mit Schiffen und Hafen verbinden. 

Kurs auf die Zukunft

Der Maritime Talent Day 2026 hat gezeigt, wie Berufsorientierung funktionieren kann: nicht nur zuhören, sondern anschauen, ausprobieren, nachfragen und mit Menschen aus der Praxis ins Gespräch kommen. Für die Jugendlichen bot der Tag die Gelegenheit, neue Berufsbilder kennenzulernen und vielleicht auch eine erste Idee für den eigenen beruflichen Weg mitzunehmen. Für die beteiligten Unternehmen und Fachkräfte war es zugleich die Chance, jungen Menschen die vielfältigen Perspektiven der maritimen Wirtschaft näherzubringen.

Organisiert wurde der Maritime Talent Day gemeinsam von der

  • Logistik-Initiative Hamburg (LIHH)
  • Handelskammer Hamburg (HK)
  • Maritimes Cluster Norddeutschland (MCN)
  • Verband Deutscher Reeder (VDR)
  • Hamburg Port Authority (HPA)
  • Hamburg Cruise Net (HCN)
  • Deutsches Maritimes Zentrum (DMZ)
  • Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM)

Vom Experiment zum etablierten Format

Der „Maritime Talent Day“ wurde im Rahmen des transnationalen EU-Projektes „Connected River“ von unserem Projektpartner Hamburg Port Authority entwickelt. Was im Projekt zunächst als innovatives Experiment erprobt wurde, hat sich inzwischen erfolgreich etabliert. Das nun erfolgende Up-Scaling des Formats markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung und Verstetigung des Hamburger Piloten.

Erfahren Sie hier mehr über Connected River >>

Fotos: Jasmin Hagen, Anna Möller, Theis Maaß, Christian Oetjen

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