Am 12. Februar 2026 luden die Logistik-Initiative Hamburg (LIHH) und das Hamburger Logistik Professorium zum „KIWi-Winter“ in die Räumlichkeiten des HASPA-Kunden-Centers am Veritaskai ein. Vor über 50 Teilnehmenden stand die Frage im Mittelpunkt, wie das wissenschaftliche Spitzenpotenzial der Metropolregion Hamburg gezielt für die Transformation der Logistikbranche genutzt werden kann.
Die Begrüßung erfolgte durch die Leitung des Hamburger Logistik Professoriums, Prof. Dr. Hanno Friedrich (KLU) und Prof. Dr. Dominik Kreß (HSU). Sie betonten die Notwendigkeit, bedeutende logistische Herausforderungen regelmäßig durch den direkten Austausch mit der Wissenschaft zu adressieren. In der Keynote legte Alois Krtil, Gründer und CEO des Artificial Intelligence Center Hamburg e.V. (ARIC), dar, warum technologische Souveränität und Innovationskraft untrennbar mit der frühzeitigen Adaption von Zukunftstechnologien verbunden sind. Dabei gab er einen umfassenden Überblick über die rasante Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz, beleuchtete die spezifischen europäischen Chancen im globalen Wettbewerb und skizzierte den aktuellen Stand der Quantenanwendungen am Standort Hamburg. Ein zentraler Aspekt war hierbei die moderne Human-Machine Interaction (HMI) und deren immenses Potenzial für die Arbeitswelt. Durch Konzepte wie Human-in-the-Loop wird sichergestellt, dass die KI dort agiert, wo sie Effizienz steigert, während der Mensch an kritischen Punkten die Kontrolle behält. Diese Form der Collaborative Intelligence schafft eine Synergie, in der die Skalierbarkeit der Maschine und die menschliche Urteilskraft optimal ineinandergreifen.
Anknüpfend an diese technologische Bestandsaufnahme widmete sich der erste thematische Schwerpunkt der „Quantum Awareness“. Unter Moderation von Benedikt Mehmel (ARIC) wurde aufgezeigt, dass Hamburg bereits heute ein zentraler Anwendungsstandort für Quantentechnologien ist. Der Fokus lag dabei explizit auf der praktischen Umsetzung und dem konkreten Potenzial für die Logistik, statt auf rein physikalischen Grundlagen. In dieser Session präsentierten Dr. Anisa Riszvanolli (Fraunhofer CML), Dr. Joseph Doetsch (Lufthansa Industry Solutions) und Dr. Christian Ertler (ParityQC), wie Quantencomputing heute aus der Domäne kommend erprobt wird. Dabei wurde deutlich, dass die Entwicklung von Teillösungen für hochkomplexe Optimierungsprobleme in Greifweite rückt.
Ein weiterer Kernpunkt der Veranstaltung war das Thema AgenticAI. Prof. Dr. Thomas Clemen (HAW Hamburg) und Lisa Grabinski (Beiersdorf AG) führten gemeinsam in die Thematik ein und verdeutlichten anhand von Anwendungsbeispielen aus der Supply Chain Analytics, dass Agentic AI weit über klassische Assistenzsysteme hinausgeht. Als treibende Kraft bei komplexen Transformationen sind diese Agenten in der Lage, Prozesse eigenständig zu orchestrieren, notwendige Daten proaktiv zu ergänzen und fundierte Lösungswege nicht nur zu erarbeiten, sondern – je nach Einsatzszenario – auch selbstständig auszuführen. Dabei wurde betont, dass die Technologie flexibel agiert: Sie übernimmt autonome Entscheidungen innerhalb definierter Leitplanken, bleibt jedoch dort, wo menschliche Expertise entscheidend ist, in enger Interaktion mit dem Menschen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein intensives Networking, bei dem der Austausch zwischen Referenten und Teilnehmenden bei Speisen und Getränken fortgesetzt wurde. In entspannter Atmosphäre bot sich die Gelegenheit, offene Fragen im direkten Dialog zu vertiefen und die Impulse des Tages gemeinsam zu reflektieren.
Ein besonderer Dank gilt den Gastgebern Detlev Behrens (HASPA) und Rico Tietjen (Hanse Merkur) sowie den Sponsoren ARIC und IFB Hamburg für die Unterstützung dieser Veranstaltung.




