Die 8. Sitzung des Fachkreises Urbaner Lieferverkehr fand am 10. Februar 2026 auf dem Campus der SRH University in Hamburg statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema „Digitales Parkraummanagement und Regelwerk für Lieferflächen“.
Nach der Begrüßung durch die Fachkreisleitung Dr. Nadja Hammami von der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) eröffnete Dr. Lutz Gollan, Fachbereichsleiter Informationstechnologie und Digitalisierung im Landesbetrieb Verkehr (LBV), die Vortragsreihe mit einem umfassenden Einblick in den aktuellen Stand und die Zielsetzung des digitalen Parkraummanagements in Hamburg. Dieses soll auch die Umsetzung der im Hamburger Koalitionsvertrag formulierten Ziele, wie das eines Bürokratieabbaus, der durchgängigen Digitalisierung von Parkberechtigungen sowie der Weiterentwicklung des Bewohnerparkens hin zu einem quartiersbezogenen Ansatz voranbringen.
Dr. Gollan stellte dar, wie das digitale Parkraummanagement sowohl im privaten als auch im institutionellen Parken umgesetzt wird. Bereits etablierte digitale Antrags- und Genehmigungsverfahren, etwa für Bewohner- und Besucherparken, sollen weiterentwickelt und perspektivisch mit dem Wegfall der Auslagepflicht für Parkberechtigungen verknüpft werden. Auch im Bereich des institutionellen Parkens, beispielsweise für Sonderparkausweise oder arbeitgeberbasierte Kontingente, ermöglicht die Digitalisierung deutlich vereinfachte Prozesse und ein effizienteres Handling. Ergänzt wird dieser Ansatz durch den Einsatz von Kontrollfahrzeugen, welche bereits in anderen EU-Ländern eingesetzt werden. Diese Vorgehensweise, soll das Missbrauchspotenzial reduzieren und gleichzeitig den Kontrollaufwand für die Verwaltung senken.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf den datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen. Dr. Gollan erläuterte, dass die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen für den Einsatz kennzeichenbasierter Kontrollen geschaffen wurden und die Datenerhebung dabei strikt datensparsam erfolgt. Sein Fazit unterstrich die strategische Bedeutung des Projekts: „Die Einführung des digitalen Parkraummanagements in Verbindung mit dem Quartiersparken leistet einen wesentlichen Beitrag zu einer moderneren, effizienteren und bürgernäheren Stadt.“
Im Anschluss stellte Fanny Krause,Referentin im Logistikreferat der BWAI, die geplante digitale Darstellung von Lieferzonen im Geoportal Hamburg vor. Künftig sollen Lieferzonen als offene Geodaten über standardisierte Schnittstellen bereitgestellt werden und damit sowohl für Verwaltung als auch für Logistikakteure leichter zugänglich sein. Die Veröffentlichung der entsprechenden Daten im Geoportal ist voraussichtlich ab März 2026 vorgesehen und stellt einen wichtigen Schritt zur besseren Transparenz und Planbarkeit von Lieferverkehren dar.
Daran anknüpfend gab Jan Kruska, Projektleiter MicroDepot bei der DB InfraGO AG, einen Einblick das neue EU-Projekt NextLogic, welches sich mit einer standardisierten Form der Abspeicherung solcher Geodaten von Lieferzonen und einem allgemeinen digitalen Verzeichnis beschäftigt.
Den Abschluss der Sitzung bildete die Vorstellung des Entwurfs für das „Hamburger Regelwerk für Lieferflächen“ durch Johanna Fink von der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende und Fanny Krause von der BWAI. Das Regelwerk soll als Leitfaden für eine einheitliche Planung und Umsetzung von Lieferflächen im gesamten Stadtgebiet dienen. Vorgestellt wurden zunächst zentrale Planungsprämissen, darunter die Berücksichtigung flächendeckender Lieferbedarfe, der Einbezug privater Flächen, die multifunktionale Nutzung von Lieferflächen sowie die Kennzeichnung durch das neue Verkehrszeichen 230.
Darauf aufbauend erläuterten die Referentinnen die systematische Bedarfsermittlung von Lieferflächen anhand von Strukturdaten. Dabei werden Daten zur Gewerbenutzung und der Wohnbevölkerung einbezogen, woraus ein kombinierten Grundbedarf entsteht. Ergänzend wurden Ansätze zur Dimensionierung von Lieferflächen vorgestellt. Abschließend gaben die Referentinnen einen Ausblick auf das weitere Vorgehen.
Vielen Dank an die SRH University, welche uns ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.
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