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Im Rahmen der Veranstaltung „Logistics Connected – transparent, automatisiert, anpassungsfähig“ versammelten sich erstmals UnternehmensvertreterInnen aus den Netzwerken der Logistik-Initiative Hamburg sowie des IT-Executive Club, der IT-Entscheider aus der Metropolregion Hamburg zusammenbringt.

Unter der kompetenten Moderation von Prof. André Ludwig diskutierten in der Speicherstadt im Digital Hub Logistics Dirk Reiß (Director IT von Hapag Lloyd), Alexander Cohrs (Head of Digital Communication von Kühne + Nagel), Dominique Fink (CIO von Angel Last Mile) und Dr. Peter Bielert (General Manager von F. REYHER Nchfg.)

In der Talkrunde gaben die Unternehmen nach einer Begrüßung durch Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH, und Raphael Vaino, Vorstand des IT Executive Clubs, Einblicke in ihren Umgang mit Daten, Transparenz und Automatisierung. Alexander Cohrs stellte klar: „Die Geschäftsmodelle müssen sich anpassen. Neben dem Warentransport muss der Datentransport zum wichtigsten Asset der Logistik werden.“ Deshalb setzt das weltweit tätige Logistikunternehmen auf einen engen und transparenten Datenaustausch mit Kunden, Lieferanten und Partnern. Dabei hat Kühne + Nagel auch keine Scheu vor der Konkurrenz außerhalb der Branche und arbeitet fallweise mit Google und Amazon zusammen. „Wer sich gegen die großen Plattformen behaupten will, muss sich ihnen öffnen“, so Cohrs.

Dirk Reiß berichtete, dass die Schifffahrt vor einem großen Wandel stehe. Die „Digital Container Shipping Association“, zu deren Gründungsmitgliedern Hapag Lloyd zählt, will durch Open API den Datenaustausch der Branche standardisieren. „Bis Ende des Jahres sollen bereits die ersten Usecases abgeschlossen sein, für die Zeit danach gibt es eine ebenfalls ambitionierte Roadmap“, so Reiß. Die Containerlinienreederei will ebenfalls bis zum Jahreswechsel ein erstes offenes API-Portal realisieren. Zum Thema Sensorik stellte der IT-Experte fest, dass die Thematik im Bereich Container „im Kommen sei“, hier aber insbesondere im Vor- bzw. Nachlauf im Inland am wahrscheinlichsten erscheine.

 

Startups gehen mit derartigen Herausforderungen ganz anders um. Dominique Fink beschrieb, dass bei der Angel Last Mile GmbH alle Prozesse vom Kunden her gedacht und die IT-Prozesse dahingehend optimiert und aufgebaut werden. Als junges Unternehmen wolle man nicht auf vollautomatische Lösungen setzen, sondern Prozesse erproben. Insbesondere Ad-hoc-Aufträge sind noch eine Herausforderung. „Als Startup starten wir mit 50%-Lösungen und erledigen das Troubleshooting mit agilen Methoden, um stetig weiter zu lernen“, so Fink. Aktuell können Partner per API, Shop-Plugin oder einer webbasierten Auftragserfassung die Angel-Services nutzen.

Sowohl für die letzte Meile als auch für Luft-, See- und Straßenfracht bildet die Intralogistik eine wichtige Drehscheibe. Dr. Peter Bielert berichtete, wie das Lager bei Reyher organisiert wird. Grundsätzlich erwarten unterschiedliche Kunden unterschiedliche Lösungen, die sich auch in der IT-Architektur niederschlagen. Das Großhandelsunternehmen für Verbindungselemente und Befestigungstechnik nutzt dafür die gängigen Analyse- und Prognosetechnologien. Falls Lieferanten aber kurzfristig ihre Zusagen ändern, hilft auch die beste datenbasierte Vorhersage nicht mehr weiter. „Ich bin überzeugt, dass die persönlichen Beziehungen zu den Geschäftspartnern den mathematischen Berechnungen immer noch überlegen sein werden. Die IT wird den Menschen künftig nie vollständig ersetzen“, so der Geschäftsführer.

Carmen Schmidt zeigte sich erfreut über die erste gemeinsame Veranstaltung mit dem IT-Executive Club im Digital Hub Logistics und lud die Anwesenden zur „do.innovation: Künstliche Intelligenz in der Logistik“ ein, die am 13. November im Ameron Hotel Speicherstadt stattfindet. 2020 soll die Cross-Cluster-Kooperation durch weitere Veranstaltungen noch intensiviert werden. Das Statement von Alexander Cohrs kann in diesem Sinne als Leitgedanke gewertet werden: „Keiner wird mehr in der Lage sein, die Dinge alleine nach vorne zu bringen“.

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