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In diesem Herbst scheint „Künstliche Intelligenz“ das Top-Thema innerhalb der deutschen Wirtschaft zu sein. Auch die Logistik-Initiative Hamburg knüpfte daran an und stellte bei „do.innovation: Künstliche Intelligenz in der Logistik“ für knapp 100 Interessierte im Ameron Hotel Speicherstadt ein umfangreiches Programm zusammen, welches KMU über Chancen und Risiken der Technologie informierte und gleichzeitig demonstrierte, welche KI-Verfahren von Mitgliedern des Netzwerkes bereits zum Einsatz gebracht werden.

Den Auftakt gestaltete Dr. Lothar Hotz vom ARIC – Artificial Intelligence Center Hamburg – der zunächst in einem historischen Abriss die lange Tradition der KI-Forschung in Hamburg an der Universität skizzierte, ehe er systematisch die KI-Entwicklung in Wellen nachzeichnete. „Um KI innerhalb der Logistik erfolgreich einzusetzen bedarf es einer ausreichenden Menge an (gepflegten) Daten“, so Hotz. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass sich KI-Lernerfolge zunächst nur für einzelne Bereiche (Wie sieht ein Apfel aus?) einstellen und nicht ohne weiteres übertragen lassen (Um eine Banane zu erkennen, muss die KI erneut trainiert und mit Daten gefüttert werden). >> Zum Vortrag

Tobias Bohnhoff von Appanion Labs stellte in einem Vortrag den Einfluss von KI auf die Logistik und Supply-Chain-Wirtschaft heraus. Auf der Firmen-Website werden Usecases gesammelt und katalogisiert, die Logistik liegt hier hinter dem produzierenden Gewerbe, Sonstigen und dem Handel schon auf Platz 4. „2030 wird jeder vierte Euro der Wertschöpfung durch Daten beeinflusst sein“, betonte Bohnhoff.  In der Logistik gibt es aktuell viele verschiedene Ansätze, KI in den Einsatz zu bringen: Eher im großen Rahmen beispielsweise im Hafen Rotterdam, wo mittels der Technologie Planung und Inspektion automatisiert werden sollen oder eher pragmatisch bei einer Reederei, die ihre Dokumentenerkennung mit KI verbessert. >> Zum Vortrag

Dr. Lars Schwabe von der Lufthansa Industry Solutions beschrieb KI in seinem Vortrag als „automatisierte Entscheidungshilfe“. Als konkreter Case wurde u.a. das Thema Wartung bei der Hamburger Hochbahn näher erläutert. Es galt herauszufinden, unter welchen Umständen es an Türen zu Störungen kommen kann. In einem Teststand wurde die KI trainiert und dann mit Live-Daten gefüttert. Am Ende konnte die Software zu 99,37% vorhersagen, wann es zu einem Ausfall kommt. Das Setup lässt sich für KMU beispielsweise über die KI-Cloud der Amazon Web Services nachbauen – „dafür müssen dann keine KI-Experten oder Data Scientists engagiert werden, sondern lässt sich auch von der eigenen IT-Abteilung umsetzen“, empfahl Schwabe. >> Zum Vortrag

Nach der Pause starteten Prof. Dr. Andreas Moring und Sascha Adam von WeGoFive mit dem Schwerpunkt zum Thema Mensch. Sie erläuterten, mit welchen Leitfragen KI ins Unternehmen gebracht werden kann: Welche Produkte und Services werden dadurch besser? Welcher Mehrwert entsteht dadurch für meine Kunden? Daran anknüpfend müssen Unternehmen herausfinden, welche ihrer Tätigkeiten durch KI unterstützt werden können. Am Beispiel von Lee Sedol, der 2016 beim Spiel Go gegen die Google-Software „AlphaGo“ verloren hatte, empfahlen die Berater abschließend, uns Menschen am Ende immer noch 2-3% Spielraum zu lassen, um eine komplette Technologie-Rektanz zu vermeiden. >> Zum Vortrag

Zum Abschluss referierten Prof. Dr. Wolfgang Kersten und Sebastian Lodemann von der TUHH / Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum, über den Einfluss von KI auf KMU-Prozesse. Sie identifizierten u.a. verschiedene Treiber für den Einsatz – entweder problemgetrieben (Wie können Daten mein Problem lösen?), technologiegetrieben (Wie kann diese Technik zum Einsatz kommen?), datengetrieben (Wie können Daten zur Wertschöpfung beitragen) oder transparenzgetrieben (Wie kann ich mehr über KI lernen). Konkret empfohlen die beiden Wissenschaftler einen Mix aus dem schnellen anwendungsbetonten Vorgehen (fail fast) und dem strukturell betonten Vorgehen. „KI ist ein Weg und es dauert, bis man ankommt. Man muss aber jetzt anfangen und ausprobieren“, fasste Prof. Kersten seinen Vortrag und die Kernbotschaft der Veranstaltung zusammen. >> Zum Vortrag

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