Medifly

Sichere Integration medizinischer Luftfrachtdienste

Medifly ist ein vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördertes Programm im Rahmen des mFund. Übergeordnetes Ziel ist die sichere Integration medizinischer Luftfrachtdienste mittels unbemannter Luftfahrzeuge (UAS) in den urbanen Luftraum innerhalb sowie außerhalb der Kontrollzone eines Verkehrsflughafens. Die Flüge sollen dabei regelmäßig und wiederkehrend sowie außerhalb der Sichtweite des Steuerers erfolgen. Die LIHH kümmert sich darum, wie aus dem einzelnen Usecase perspektivisch weitere Logistikdienstleistungen  und -geschäftsmodelle entstehen können.

Projektzeitraum: September 2020 – September 2022

Förderprogramm: Das Projekt wird kofinanziert durch das Bundeministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Forschungsinitiative mFund (Modernitätsfonds).

Projektbudget: knapp 1 Mio. Euro, von denen das BMVI 71% übernimmt.

Weitere Informationen:https://medifly.hamburg

Das Medifly-Konsortium besteht neben der LIHH aus insgesamt sechs weiteren Partnern:

- Konsortialführer: GLVI Gesellschaft für Luftverkehrsinformatik mbH

  • Projektpartner: BWI Behörde für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, Flynex GmbH, Hamburg Aviation e.V., Lufthansa Technik AG, ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH
    sowie die LIHH Management GmbH
  • Assoziierte Partner: Bundeswehrkrankenhaus, DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, ISG Intermed Service GmbH & Co. KG, Krankenhausapotheke der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, Schön Klinik Eilbek, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE, Institut für Pathologie)

 

Medifly steht im Kontext der Hamburger Urban Air Mobility-Aktivitäten. Die Ergebnisse sollen Referenzen für die Schaffung von neuen Standards und Regularien auf nationaler und insbesondere auch europäischer Ebene bilden.

Nachdem im Januar 2020 bereits erfolgreich ein Testflug zwischen zwei Krankenhäusern stattgefunden hat, stehen in diesem Projekt vier wesentliche Faktoren im Fokus:

Erstens soll untersucht werden, ob die rechtlichen Rahmenbedingungen und die sich daraus ergebenen technischen Anforderungen geeignet sind, regelmäßige Flüge von unbemannten Luftfahrzeugen im urbanen Luftraum effizient und sicher durchzuführen. Im Mittelpunkt stehen dabei die neuen EU-Verordnungen 2019/945 und 2019/947 – insbesondere die Risikobewertung „Specific Operational Risk Assessment“ (SORA) – sowie die Entwicklungen im Bereich „U-space“ und deren Auswirkungen auf ein späteres Angebot an Unterstützungsdiensten für UAS-Betreiber. Diese europäischen Rahmenbedingungen sollen zum einen auf ihre technische und betriebliche Umsetzbarkeit geprüft werden. Zum anderen soll evaluiert werden, ob sie als Voraussetzung für die Skalierbarkeit der Dienste dienen und damit wirtschaftliches Wachstum fördern können.

Zweitens soll ein automatisierter Regelbetrieb innerhalb der Kontrollzone etabliert werden. Daher werden bei der Zusammenstellung aller Anforderungen an die technische und betriebliche Sicherheit höchste Standards angesetzt. Da vorrangig bereits am Markt verfügbare Systeme zum Einsatz kommen sollen, ist die Fragestellung, ob diese die hohen technischen Anforderungen erfüllen können.

Drittens wird besonderer Wert auf die gesellschaftliche Akzeptanz und Relevanz gelegt. Hier setzt das Arbeitspaket der LIHH an, welches sich um die Themen Skalierung, Automatisierung und Machbarkeit kümmert. Es wird davon ausgegangen, dass eine flächendeckende Nutzung eines medizinischen Luftfrachtdienstes (und ggf. darauf aufbauender weiterer Logistikservices) nur dann umsetzbar ist, wenn seitens der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz erzielt werden kann.

Viertens wird überprüft, wie die UAS-Flüge in die bestehenden Abläufe der Krankenhäuser effizient integriert und ob die Transportzeiten mittels UAS signifikant reduziert werden können, damit für die Krankenhäuser und die Patienten ein wesentlicher Nutzen entsteht.

Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Projektergebnisse werden nach Abschluss des Projekts an dieser Stelle veröffentlicht (Whitepaper ist geplant).

Sie sind im Bereich Luftfracht, unbemannte Luftfahrzeuge (UAS) oder ähnlichem aktiv, haben Fragen zum Thema oder möchten eine Projektidee in diesem Bereich gemeinsam mit unserem Netzwerk umsetzen oder diskutieren? Dann sprechen Sie uns gern an!